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29.11.2018, 17:38 Uhr MÖGLICHE WOLFS-ATTACKE

Es muss Schluss sein mit der Wolfsromantik in Deutschland

Von Michael Clasen


Erstmals hat ein Wolf offenbar in Niedersachsen einen Menschen angegriffen und verletzt. Foto: Carsten Rehder/dpaErstmals hat ein Wolf offenbar in Niedersachsen einen Menschen angegriffen und verletzt. Foto: Carsten Rehder/dpa

Osnabrück. . Der mögliche Wolfsbiss im Kreis Rotenburg/ Wümme hat die Debatte um das Raubtier neu entflammt. Es wäre der erste Angriff eines Wolfes auf einen Menschen in Deutschland seit langer, langer Zeit. Grundsätzlich muss die Population des Raubtieres begrenzt werden, fordert unser Kommentator.

Es mag ein gut gemeinter Versuch gewesen sein, den Wolf mehr als ein Jahrhundert nach seiner Ausrottung nach Deutschland zurückkehren zu lassen. Doch nun sollte Schluss mit der Naturromantik sein. 

Der Wolf ist und bleibt ein gefährliches Raubtier. Die schnell steigende Population muss begrenzt werden. Denn je mehr Rudel sich ansiedeln, desto größer werden die Probleme. Die Zahl toter Schafe, Rinder und Pferde wird weiter steigen. Dagegen helfen Schutzzäune kaum etwas, wie die Praxis allzu oft zeigt. Die Entschädigungszahlungen sind da nur ein schwacher Trost.

Auch das Leben für Menschen auf unseren Dörfern kann stark in Mitleidenschaft gezogen werden, wie Erfahrungen aus Ostdeutschland mahnen. Da braucht es keinen Bericht über einen mutmaßlichen Wolfsangriff in der Nähe von Bremen, um zu wissen, dass man lieber keine Kleinkinder im Wald alleine spielen lässt, wenn in der Nachbarschaft ein Wolfsrudel lebt. Die uralte Angst vor dem sagenumwobenen Tier hat einen wahren Kern.

Deshalb sollten EU, Bund und Land schnellstens Regeln festsetzen, die die Population des Wolfes auf ein Niveau begrenzt, das überschaubar, verhältnismäßig und kontrollierbar ist. Die CDU hat das Problem erkannt. Jetzt sollte die EU-Kommission einlenken.


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