Land kauft marodes Schloss Ernst August von Hannover verkauft Marienburg für einen Euro

Von dpa

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Das Schloss Marienburg wird von der Sonne in ein warmes Licht getaucht. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpaDas Schloss Marienburg wird von der Sonne in ein warmes Licht getaucht. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Pattensen. Schon länger stöhnt Prinz Ernst August junior über die Kosten zum Erhalt von Schloss Marienburg. Jetzt stößt er das neugotische Bauwerk komplett an das Land ab. Eigentümer wird eine Tochter der Klosterkammer. Wurde am Parlament vorbei ein Deal eingefädelt?

Für den symbolischen Betrag von einem Euro verkauft Ernst August von Hannover (35) das marode Schloss Marienburg an die öffentliche Hand. Die Liemak Immobilien GmbH, eine Tochter der Klosterkammer Hannover, übernimmt die 1867 fertiggestellte Sommerresidenz der Welfen bei Pattensen. Zudem erwerbe das Landesmuseum Hannover - unterstützt von Stiftungen - rund hundert für das Land besonders wertvolle Stücke aus dem kulturhistorischen Inventar im Wert von zwei Millionen Euro, teilte Kulturminister Björn Thümler (CDU) am Donnerstag mit. Weitere Gegenstände im Wert von rund sechs Millionen Euro bringe Ernst August junior in eine gemeinnützige Kunststiftung ein.

Ernst August von Hannover jr. (l) und Björn Thümler (CDU,r), Minister für Wissenschaft und Kultur von Niedersachsen, sprechen während einer Pressekonferenz auf Schloss Marienburg. Foto: Holger Hollemann/dpa

"Das gemeinsam entwickelte Modell sichert Schloss Marienburg und sein Inventar dauerhaft für die Öffentlichkeit", sagte der Adlige, der 2004 das Bauwerk von seinem gleichnamigen Vater Ernst August von Hannover (64) übernommen hat. "Das war von Anfang an eine Herzensangelegenheit von mir. Deshalb bin ich der niedersächsischen Landesregierung sehr dankbar."

Folgekosten für den Steuerzahler?

Die Opposition im niedersächsischen Landtag ist alarmiert. Es sei am Haushaltsausschuss vorbei verhandelt worden, kritisierte der Grünen-Abgeordnete Stefan Wenzel. "Das ist eine totale Unverschämtheit", sagte er der dpa. Auf den Steuerzahler könnten riesige Folgekosten zukommen, warnte Wenzel. Die kulturpolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Susanne Schütz, sprach von einem "riesigen Affront gegenüber dem Parlament".

Der Präsident der Klosterkammer, Hans-Christian Biallas, sagte: "Wir helfen dem Land gerne. Wir werden aber keinerlei finanzielles Risiko tragen." Thümler betonte, das erklärte Ziel sei, "das Gesamtkunstwerk Schloss Marienburg als Kulturdenkmal und Erinnerungsort mit großer Bedeutung für die niedersächsische Landesidentität dauerhaft für die Öffentlichkeit zu erhalten und zugänglich zu machen".

Der marode, absturzbedrohte Hang von Schloss Marienburg im Südosten der Burg ist mit Bauzäunen abgesperrt. Foto: Holger Hollemann/dpa

Die Welfen zählen zu den ältesten Adelsgeschlechtern Europas. Die Marienburg zieht jährlich rund 200 000 Besucher aus dem In- und Ausland an. Bereits Anfang November war bekanntgeworden, dass der Bund die Sanierung des als "Neuschwanstein des Nordens" vermarkteten Schlosses mit 13,6 Millionen Euro unterstützt.


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