Rund 6000 Quadratmeter Fläche werden gereinigt Wasserwerk Großenkneten: Putzaktion in großen Dimensionen

Von Tonia Hysky

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Schrubben, was das Zeug hält: Ungefähr 6000 Quadratmeter Fläche müssen im Wasserspeicher am Wasserwerk des OOWV in Großenkneten gereinigt werden. Diese Aufgabe übernimmt eine Spezialfirma. Foto: Torsten von ReekenSchrubben, was das Zeug hält: Ungefähr 6000 Quadratmeter Fläche müssen im Wasserspeicher am Wasserwerk des OOWV in Großenkneten gereinigt werden. Diese Aufgabe übernimmt eine Spezialfirma. Foto: Torsten von Reeken

Großenkneten. Normalerweise ist der riesige Wasserbehälter in Großenkneten (Landkreis Oldenburg) gefüllt und abgeriegelt. Die Reinigung gibt einen einzigartigen Einblick in das Innere des Bauwerks.

Ganz langsam wagt sich die Besuchergruppe aus Pressevertretern die steile, nasse Treppe hinunter. Das Geländer aus Metall ist eiskalt. Aus der Tiefe steigt ein frischer, erdiger Geruch empor.

Normalerweise ist der Wasserspeicher des Großenkneter Wasserwerkes bis hoch zu den obersten Treppenstufen gefüllt. In diesen Tagen ist bis auf einige kleine Pfützen am Boden der gigantische Behälter leer. Stattdessen schrubben und putzen Mitarbeiter einer Spezialfirma aus Neuenkirchen fleißig die meterhohen, hellgrünen Wände, den Boden, die Säulen – alles.

Foto: Torsten von Reeken

Alle fünf Jahre wird der Wasserspeicher gereinigt, erklärt Gunnar Meister, Pressesprecher des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV). Dieser betreibt das Wasserwerk in Großenkneten. Insgesamt vier der Speicher stehen am Wasserwerk in Großenkneten. Sie dienen dazu, Verbrauchsschwankungen zu Spitzenzeiten aufzufangen. Beispielsweise morgens und abends – oder wenn in der Halbzeitpause eines WM-Fußballspiels sämtliche Bürger im Einzugsgebiet auf Toilette gehen. Ganze 10 000 Kubikmeter Wasser fasst ein Speicher – etwa zehn Millionen Milchflaschen. Jeder Behälter hat seinen eigenen Reinigungsturnus.  

„Dieser Sommer hat uns Grenzen aufgezeigt“Gunnar Meister, Pressesprecher des OOWV

Kaum war der Zulauf gesperrt, war innerhalb eines Tages alles leer, erklärt Wassermeister Stephan Fitze. In den Wintermonaten ist der Wasserverbrauch niedriger, das sind ideale Bedingungen für eine Reinigung und Sanierung. „Dieser Sommer hat uns Grenzen aufgezeigt“, erklärt Gunnar Meister im Gespräch mit NWZOnline. Da war der Verbrauch so hoch, dass die Rücklage dringend gebraucht wurde. 

Führten die Besucher durch den Wasserspeicher: Wassermeister Stephan Fitze (links) und Projektleiter Klaus-Peter Klein. Foto: Torsten von Reeken

Klaus-Peter Klein ist während der Reinigung Projektleiter und dafür verantwortlich, nach der Entleerung den Behälter zu begutachten. Denn die Reinigung ist quasi das Mittel zum Zweck: Allem voran sollen so mögliche Schäden oder Schwachstellen entdeckt werden. Das können beispielsweise Unregelmäßigkeiten an der Beschichtung sein. Im normalen Betrieb ist eine Besichtigung unmöglich. „Wir schicken da keine Taucher rein“, betont Klein.

Vorsichtige Arbeit im Speicher

Die Reinigung geht behutsam voran. „Mit einem Hochdruckreiniger hier reinzugehen wäre keine gute Idee“, erklärt der Projektleiter. Der würde nämlich die Beschichtung des Speichers aus Epoxydharz beschädigen. Also werden rund 6000 Quadratmeter Fläche mit Wasserschlauch, speziellen Reinigungsmitteln und Schwämmen geputzt. In einigen Wochen sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Foto: Torsten von Reeken

Nicht nur die Größe der Speicher ist beeindruckend. Die über sechs Meter hohen Wände werfen den Schall zurück, von einigen Seiten hört man ein Echo. Kommt die Besuchergruppe ins Gespräch, entsteht ein regelrechtes Stimmengewirr. Das Licht der provisorischen Strahler wirft gespenstische Schatten an die Wand und lässt die hell-grüne Farbe leuchten. 

„Trinkwasser ist das Lebensmittel Nummer eins – und so behandeln wir es auch“Projektleiter Klaus-Peter Klein

Generell und auch beim Besuch gelten strenge Hygieneregeln. Eigentlich sind die Behälter hermetisch abgeriegelt. Nicht einmal die Mitarbeiter des Wasserwerkes gehen hinein, wenn der Behälter in Betrieb ist. So wird eine Verunreinigung vermieden. Ist der Behälter gereinigt und saniert, wird komplett desinfiziert. Danach läuft er wieder voll. Bevor wieder Wasser durch die Rohre nach außen transportiert wird, nehmen die Mitarbeiter Proben auf Bakterien. „Trinkwasser ist das Lebensmittel Nummer eins – und so behandeln wir es auch“, sagt Klein. Erst, wenn nichts mehr zu beanstanden ist, kann der Speicher wieder ans Netz gehen. 

Foto: Torsten von Reeken

Damit das Wasser immer in Bewegung bleibt, sind Mauern eingezogen, damit der Strom sich drum herum schlängelt. Denn ohne Bewegung bilden sich Bakterien.  


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