Osnabrück vorne bei künstlicher Intelligenz Thümler will Digitales an Hochschulen mit Millionen fördern

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Wissenschaftsminister Björn Thümler und der Osnabrücker Roboter Lou im TIB in Hannover. Foto: Klaus WieschemeyerWissenschaftsminister Björn Thümler und der Osnabrücker Roboter Lou im TIB in Hannover. Foto: Klaus Wieschemeyer

Hannover. Robotermenschen, Literatursuche, intelligenter Ackerbau – die Digitalisierung hält an Niedersachsens Hochschulen in vielerlei Form Einzug. Wissenschaftsminister Björn Thümler verspricht Geld und Stellen.

Der Osnabrücker Robotermensch „ Lou “ entschuldigt sich: Komplexen Gesprächen könne er noch nicht so gut folgen, sagt der vom Osnabrücker Uni-Institut für Kognitionswissenschaft gebaute künstliche Moderator am Donnerstag bei der Pressekonferenz in Hannover. Dann sieht Lou Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) an und sagt, der könne das besser.

Was macht Lou mit den Menschen?

Thümler nutzt den Termin in der Technischen Informationsbibliothek (TIB), um millionenschwere Investitionen in die Digitalisierung der niedersächsischen Hochschullandschaft anzukündigen. Es geht um alles mögliche: einfachere Forschung, bessere Datenauswertung, Chancen der Digitalisierung und um die Frage, was künstliche Intelligenz á la Lou mit den Menschen macht und wo ethische Grenzen zu ziehen sind.

50 Digitalprofessuren bis 2021

Wenn der Landtag mitspielt, sollen bis 2021 insgesamt 50 Digitalprofessuren neu entstanden sein. Bereits am 1. Januar startet das vom Informatikinstitut Offis in Oldenburg und einer Einrichtung in Hannover mitkoordinierte Zentrum für Digitale Innovation Niedersachsens (ZDIN), die als virtuelle Plattform mit 25 Millionen Euro geförderte Zukunftslabore in den Themen Mobilität, Energie, Produktion, Landwirtschaft, Gesellschaft und Arbeit sowie Gesundheit vernetzen sollen soll. Mit acht Millionen Euro aus VW-Dividenden sollen landesweit 16 geistes- und kulturwissenschaftliche Projekte zur Digitalisierung gefördert werden, außerdem gibt es Geld für Big-Data-Projekte und Doktoranden, die sich in ihren Arbeiten mit Digitalisierung befassen.

Wo genau was gefördert wird, steht noch nicht überall fest. Doch Thümler sieht bei der künstlichen Intelligenz besonders Osnabrück und Oldenburg vorne.

Ortserkennung auf Fotos

Der Wandel ist längst an den Hochschulen angekommen, wie der Ort der Präsentation zeigt: Der ehemalige Marstall des hannoverschen Königs beherbergt heute einen Teil der TIB. In den historischen Mauern stehen zwar noch Bücher, doch längst bietet die weltgrößte Spezialbibliothek viel mehr: Wissenschaftler können sich tausende Vorträge und Experimente auf Video anschauen. Die Forscher durchforsten riesige Datenbanken, arbeiten an intelligenten Literaturvorschlägen für Wissenschaftler und an einer automatischen Erkennung von Aufnahmeorten für Fotos (die man hier selbst ausprobieren kann).

TIB-Direktor Sören Auer ist überzeugt, dass die Forschung von der Digitalisierung profitiert. Wissenschaftler würden heute noch zu viel Zeit mit Dingen verbringen, die der Forschung nicht nutze.

Die Studenten kommen übrigens weiter in die TIB. Seltener, um Bücher auszuleihen und mit nach Hause zu nehmen. Sondern, um in der konzentrierten Lernatmosphäre ohne Ablenkung zu arbeiten.


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