Bünting zieht Konsequenzen aus Aufnahmen Combi und Co legen Zusammenarbeit mit Schlachthof vorerst auf Eis

Von Dirk Fisser und Thomas Breuer

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Am Dienstag präsentierten Tierrechtler des Vereins "Tierschutzbüro" Bilder aus dem Schlachthof. Foto: dpaAm Dienstag präsentierten Tierrechtler des Vereins "Tierschutzbüro" Bilder aus dem Schlachthof. Foto: dpa

Osnabrück. Die heimlich gedrehten mutmaßlichen Tierschutzverstöße in einem Rinderschlachthof in Oldenburg haben wirtschaftliche Konsequenzen für den Betrieb. Supermärkte kündigen die Zusammenarbeit bis auf Weiteres auf.

Eine Sprecherin der Bünting-Gruppe, zu der unter anderem die Supermarktketten Combi und Famila gehören, teilte mit, man sei über die Vorgänge in dem Schlachthof entsetzt gewesen und halte diese für völlig inakzeptabel. „Aus diesem Grund haben wir bis zur vollständigen Klärung und Sicherstellung der tierschutzrechtlichen Vorgaben die Zusammenarbeit mit dem Schlachthofbetrieb in Oldenburg mit sofortiger Wirkung eingestellt.“ Weitere Konsequenz seien weiterführend Kontrollmaßnahmen entlang der Fleisch-Lieferkette.

Betreiber: Keine Zweifel an Echtheit der Bilder

Der Schlachthofbetreiber teilte am Dienstag mit, die Videoaufnahmen seien „schockierend und entsprechen in keiner Weise dem Standard der GK Oldenburg.“ So heißt das Unternehmen hinter dem Schlachthof. Und weiter: „Wir zweifeln weder die Authentizität der Bilder an, noch möchten wir die Vorfälle kleinreden.“ Die Empörung über die Aufnahmen sei nachvollziehbar.

Die Stadt Oldenburg konnte auf Anfrage der Zeitung zunächst nicht mitteilen, wie viele Tierschutzverstöße die Veterinärbehörde der Stadt in den vergangenen Jahren in dem Betrieb festgestellt hat. Eine entsprechende Auswertung dauere an. Eine Sprecherin des wirtschaftseigenen Kontrollsystems „QS“ teilte mit, in den vergangenen Jahren hätten mehrere Kontrollen stattgefunden, dabei seien Abweichungen festgestellt worden. Diese stünden aber nicht im Zusammenhang mit den von Tierrechtlern angeprangerten mutmaßlichen Missständen. 

Am Dienstag hatte der Verein „Tierschutzbüro“ heimlich gedrehte Aufnahmen aus dem Betrieb veröffentlicht. Darauf sollen zahlreiche Fehlbetäubungen von Rindern zu sehen sein. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat Ermittlungen aufgenommen. Die Grünen im Bundestag forderten als Konsequenz eine bundesweite Videoüberwachung von Schlachtbetrieben.


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