Nach Fällen in Oldenburg und Bad Iburg Grüne fordern Videoüberwachung auf Schlachthöfen

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Blick in einen Rinderschlachthof. Foto: dpa/Emily WabitschBlick in einen Rinderschlachthof. Foto: dpa/Emily Wabitsch

Osnabrück. Erst ein Rinderschlachthof in Bad Iburg, jetzt ein Betrieb in Oldenburg: Heimlich gefilmte mutmaßliche Tierschutzverstöße lassen Rufe nach Konsequenzen laut werden. Die Grünen fordern Videoüberwachung.

Nach der erneuten Veröffentlichung mutmaßlicher massiver Tierschutzverstöße in einem Schlachthof haben sich die Grünen dafür ausgesprochen, Kameras in sämtlichen derartigen Betrieben zu installieren. Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion, sagte unserer Redaktion: „Wir fordern die Bundesregierung auf, eine Videoüberwachung an Schlachthöfen beim Abladen, Zutrieb, Betäubung und Tötung zu ermöglichen und einzuführen.“ 

Laut einem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages sei das unter gewissen Voraussetzungen erlaubt, so Ostendorff. „Wir müssen den Schutz der Tiere, die für unsere Lebensmittel sterben, unbedingt sicher stellen."

Zuvor hatte sich auch Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU, Foto) für eine Videoüberwachung ausgesprochen.

Foto: dpa/Hollemann

Ihr Ministerium prüfe, ob eine verpflichtende Einführung von Kamerasystemen möglich sei. „Ich halte das für ausgesprochen sinnvoll“, sagte die Ministerin laut Mitteilung.

Auch Tierärzte hatten sich dahingehend geäußert. Thomas Blaha, Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT), hatte unserer Redaktion gesagt, Deutschland müsse sich hier ein Vorbild an England nehmen. Dort sind Kameras seit dem 5. November Pflicht in Schlachthöfen.

Folgen von Skandalbildern

Am Dienstag hatten Tierrechtler des Vereins „Tierschutzbüros“ heimlich gedrehte Aufnahmen aus einem Schlachthof in Oldenburg veröffentlicht. Darauf soll zu sehen sein, wie Rinder vor der Tötung unzureichend betäubt werden. 

Erst vor wenigen Wochen hatten Tierrechtler Videos aus einem Betrieb in Bad Iburg bei Osnabrück publiziert. Dort wurden liegende Rinder per Seilwinde in den Schlachthof geschleift. Das Unternehmen ist mittlerweile aufgelöst.  (Weiterlesen: Schlachthof Oldenburg: Betreiber bezeichnet Bilder als "schockierend")


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