Signal an Investoren Landespolitik macht sich für Fähre Cuxhaven - Brunsbüttel stark

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Niedersachsens Landtag dürfte bald dem Hafenausschuss folgen und sich für die Elbfähre stark machen.  Foto: Peter Steffen/dpaNiedersachsens Landtag dürfte bald dem Hafenausschuss folgen und sich für die Elbfähre stark machen. Foto: Peter Steffen/dpa

Hannover. Die niedersächsische Landespolitik will eine Wiederauflage der eingestellten Fährverbindung zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel auf der anderen Seite der Elbmündung.

Auch mehr als ein Jahr nach der Einstellung des Fährbetriebs zwischen Cuxhaven und Brunsbüttel hofft die niedersächsische Landespolitik noch auf eine Wiederbelebung der Verbindung an der Elbmündung. Zwar verfolge ein zwischenzeitlicher Interessent sein Ziel nicht weiter, sagte ein Vertreter des Wirtschaftsministeriums am Dienstag im Hafenausschuss des Landtags. Allerdings gebe es einen anderen möglichen Investor, der derzeit Geschäfts- und Finanzpartner suche. „Wenn die Konstruktion steht, will er an die Öffentlichkeit gehen“, sagte der Ministeriumsvertreter. Das Ministerium in Hannover sei auch mit der Landesregierung in Kiel in Kontakt – die Linie würde die Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein verbinden. Das dürfte aber selbst bei Erfolg noch dauern. Es gebe noch keinen Förderantrag des Unternehmers, so der Ministeriumsvertreter.

FDP gegen alle anderen 

Der Hafenausschuss sprach sich am Dienstag in Hannover für einen Antrag von SPD und CDU aus, der die Landesregierung auffordert, die Wiederbelebung der Strecke zu fördern. Neben den rot-schwarzen Koalitionsfraktionen stimmten auch der Braker Grünen-Abgeordnete Dragos Pancescu mit den Worten „Wir Grüne lieben Fähren“ und der AfD-Mann Stefan Henze („Wir halten die Verbindung für dringend erforderlich“) für den Antrag. Lediglich der FDP-Abgeordnete Jörg Bode versagte die Zustimmung. Er forderte die Landesregierung auf, eine Verbindung nur dann zu fördern, wenn sie dauerhaft wirtschaftlich betrieben werden könne. Bode verwies auf Gutachten des Landes, die Wirtschaftlichkeitsszenarien skizziert hatten. 

Fährverbindung mehrfach eingestellt

Tatsächlich war die Fährverbindung trotz zuletzt steigender Passagierzahlen immer wieder wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit eingestellt worden, zuletzt am 9. Oktober 2017, der Betreiber stellte Insolvenzantrag. Unter anderem brauche es die richtigen Schiffe, sagte Bode. Die zuletzt genutzten seien nicht geeignet gewesen. Sie sind auch nicht verfügbar, sondern inzwischen nach Kanada verkauft. Trotz der Einstellung setzen sich Stadt und Land für eine Wiederbelebung ein. 

Cuxhavener drängen auf Wiederbelebung

Landtagsabgeordnete aus Cuxhaven betonten die Bedeutung der Fähre für Pendler und Waren. Die Verbindung des nördlichsten Zipfel Niedersachsens mit dem Westen Schleswig-Holsteins sei „unabdingbar“, betonte der SPD-Parlamentarier Uwe Santjer. Das wisse jeder, der Verkehrsfunk höre. Zwar gibt es elbaufwärts mit der Verbindung Wischhafen - Glücksstadt eine weitere Fähre. Doch als die zuletzt ausfiel, blieb vielen Menschen nur der Weg über Hamburg nach Schleswig-Holstein. 

Alternative zu Hamburg

Deshalb sei man auch bereit, über eine Landesbürgschaft zu sprechen. Auch müsse die Regierung in Hannover die Regierung in Kiel mit ins Boot holen. Santjers CDU-Kollege Thiemo Röhler unterstrich, dass die Verbindung von den Menschen vor Ort gewünscht werde und für die Region eine hohe Bedeutung. Dies gelte insbesondere, da die Alternativstrecke über Hamburg schon jetzt lang und umständlich sei. Und die Hamburger Baustellen „werden zunehmen“, sagte Röhler. 

Der Hafenausschuss verabschiedete den Antrag mit den Stimmen von SPD, CDU. Grünen und AfD gegen die Bedenken der FDP. Damit dürfte die Initiative auch im Landtag eine breite Mehrheit finden. 


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