Absichtlicher LSD-Rausch für Tat? 18-Jährige in Niedersachsen erstochen - Freund spricht von „Filmriss"

Von dpa

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Der wegen Vollrauschs in Tateinheit mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz Angeklagte sitzt neben seinen Anwälten Louisa Krämer und Hans Holtermann vor Prozessbeginn im Landgericht Lüneburg. Foto: Philipp Schulze/dpaDer wegen Vollrauschs in Tateinheit mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz Angeklagte sitzt neben seinen Anwälten Louisa Krämer und Hans Holtermann vor Prozessbeginn im Landgericht Lüneburg. Foto: Philipp Schulze/dpa

Lüneburg. Ein junger Mann soll in Niedersachsen im Drogenrausch seine Freundin erstochen haben. Vor Gericht geht es juristisch nicht in erster Linie um die Tötung der 18-Jährigen selbst, sondern um den Vollrausch.

Weil er im Drogenrausch seine Freundin getötet haben soll, muss sich ein 21-Jähriger vor dem Landgericht Lüneburg verantworten. In einer zu Prozessbeginn von ihm verlesenen Erklärung berief sich der junge Mann am Dienstag auf einen „Filmriss". Als er wieder zu sich gekommen sei, hätte er überall Blut gesehen. Den Tod der Freundin habe er zunächst nicht wahr haben wollen. Auch er war verletzt, die Polizei fand in mehreren Räumen Blutspuren von ihm.  

Tat im LSD-Rausch

Die 18-Jährige war im vergangenen März in Bergen, im Landkreis Celle, im Elternhaus des Mannes getötet worden. Polizisten entdeckten die grausam verletzte Tote im Badezimmer. Der Angeklagte soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft zunächst mit seiner Partnerin LSD konsumiert haben. Dabei soll er in einen psychotischen Zustand geraten sein und mehrfach zugestochen haben. Der junge Mann hätte nach früheren Erfahrungen mit Drogen die Folgen absehen müssen, meinte der Staatsanwalt am Dienstag.

Staatsanwaltschaft: Drogentrip extra für Tat 

Angeklagt ist der 21-Jährige wegen Vollrauschs in Tateinheit mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Für den Tod der 18-Jährigen selbst sei er nicht zu bestrafen, hieß es in der Anklage. Es sei nicht auszuschließen, dass er schuldunfähig war. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, sich vorsätzlich in einen Rausch versetzt und in diesem Zustand einen Totschlag begangen zu haben.

Angeklagter war zunächst ins Ausland geflohen

Er habe vor dem LSD auch Marihuana genommen und sei sich über die Folgen nicht im Klaren gewesen, erklärte der Angeklagte am Dienstag. Er entschuldigte sich unter Tränen bei den Angehörigen des Opfers. Der aus Usbekistan stammende Mann war zunächst zu seiner nach Russland gereisten Familie geflohen. Von unterwegs rief er bei der Polizei an. Als die Fahndung angelaufen war, kündigte er seine Rückkehr an und wurde an der polnisch-russischen Grenze festgenommen. 


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