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01.10.2018, 01:00 Uhr KOMMENTAR ZU NEUTRALITÄT AN SCHULEN

AfD-Meldeplattform für Schüler: Misstrauen schüren

Kommentar von Stefanie Witte

Bislang ist an niedersächsischen Schulen kein Fall eines Lehrers bekannt, der gegen die AfD Stimmung gemacht und damit gegen die Neutralitätspflicht verstoßen hätte. Foto: dpaBislang ist an niedersächsischen Schulen kein Fall eines Lehrers bekannt, der gegen die AfD Stimmung gemacht und damit gegen die Neutralitätspflicht verstoßen hätte. Foto: dpa

Osnabrück. Angeblich geht es der AfD um politische Neutralität an Schulen. Vielleicht hat die Partei da etwas missverstanden.

Wenn über 80 Prozent der Bevölkerung andere Parteien bevorzugen, dann sind darunter auch Lehrer, vielleicht sogar überproportional viele – und das ist in Ordnung.

Wenn ein Lehrer gegen die AfD ist, darf er das vor Schülern sagen, solange er andere Meinungen nicht unterdrückt. Bislang ist aber kein einziger Fall in Niedersachsen bekannt, in dem ein Lehrer diese Grenze überschritten hat.

Sollte das passieren, können sich Eltern und Schüler an die Aufsichtsbehörde wenden. Doch die AfD schaltet sich lieber selbst dazwischen, fordert Schüler auf, ihre Lehrer zu denunzieren und sät Misstrauen. Nicht nur gegenüber den Pädagogen, sondern auch gegenüber staatlichen Strukturen überhaupt. Das ist der eigentliche Skandal.

So schafft sie parallele Strukturen, will Listen anlegen und vermeintliche Verstöße verfolgen. Mit Rechtsstaatlichkeit hat das ebenso wenig zu tun wie mit Neutralität. Und das dürfen Lehrer zum Glück auch im Politikunterricht sagen.


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