Bundeswehr antwortet Moorbrand bei Meppen: Erst nach zwei Wochen erste Luftmessungen?

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Ein Hubschrauber vom Typ CH-53 im Löscheinsatz auf der WTD 91 bei Meppen. Foto: Bundeswehr/DerstroffEin Hubschrauber vom Typ CH-53 im Löscheinsatz auf der WTD 91 bei Meppen. Foto: Bundeswehr/Derstroff

Hannover. Wann wurden bei dem am 3. September ausgebrochenen Moorbrand bei Meppen erstmals die Luftschadstoffe gemessen? Und was wurde aus den Daten? Diese Frage beschäftigt Anwohner, Einsatzkräfte und die Landespolitik. Nun äußert sich die Bundeswehr.

Die Bundeswehr hat sich auf Anfrage unserer Redaktion zu den Schadstoffmessungen auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienstelle (WTD 91) bei Meppen geäußert. Demnach wurden am 19. September Messungen der „Gefahrstoffmessstelle Nord des Wehrwissenschaftlichen Instituts für Schutztechnologien-ABC-Schutz“ beauftragt. Die seien am Tag danach erfolgt, erklärte ein Bundeswehrsprecher auf Nachfrage unserer Redaktion.

Demnach seien am 20. September auch anorganische Gase, flüchtige Kohlenwasserstoffe (TVOC), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Staub, Schwermetalle und sprengstofftypische Verbindungen gemessen worden. Alle Werte hätten unterhalb der Grenzwerte gelegen, eine Veröffentlichung werde geprüft. Von früheren Messungen spricht der Vertreter des Bundesamts für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw) auf ausdrückliche Anfrage unserer Redaktion nicht.

Messergebnisse werden jetzt veröffentlicht

In der Landespolitik ist umstritten, ob von dem Großfeuer in den ersten Wochen nach Ausbruch eine Gefahr für die Gesundheit ausgegangen ist. Das Gesundheitsministerium des Landes hatte erklärt, ihr lägen Messdaten der Bundeswehr nicht vor. Seit dieser Woche werden Messergebnisse auf der Internetseite des Landkreises Emsland veröffentlicht, die gesundheitliche Gefahren verneinen. Diese reichen allerdings nur bis zum vergangenen Wochenende zurück. Das Moor brennt allerdings bereits seit dem 3. September, in den Tagen danach waren massive Rauchschwaden über weite Teile Nordwestniedersachsens gezogen. Das Landesinnenministerium hatte unter Berufung auf die Bundeswehr mitgeteilt, der Rauch sei ungefährlich.

„Die Bewertung der Gefahr eines Löscheinsatzes obliegt immer dem zuständigen Einheitsführer. Sofern die Gefahr von Atemgiften erkennbar ist, werden durch den Einheitsführer geeignete Maßnahmen zum Schutz der Einsatzkräfte angeordnet“, teilte der Bundeswehr auf die Frage mit, warum man den Einsatz für ungefährlich gehalten habe.

Die deutschen Lungenärzte hatten vor Gesundheitsgefahren durch den Großbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition 91 in Meppen gewarnt. Der Bundesverband der Pneumologen, Schlaf- und Beatmungsmediziner widerspricht der Einschätzung der Bundeswehr, von dem Brand gehe keine Gefahr aus.


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