Kein Zugriff auf Daten Moorbrand bei Meppen: Bundeswehr schweigt zu Luftmessungen

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Zwischenzeitlich war die Rauchentwicklung des Moorbrands enorm. Foto: Bundeswehr/WTD 91Zwischenzeitlich war die Rauchentwicklung des Moorbrands enorm. Foto: Bundeswehr/WTD 91 

Hannover Mehr als drei Wochen nach Ausbruch des Moorbrandes bei Meppen gibt es vorsichtige Entwarnung. Ob die Rauchwolke der ersten Wochen gesundheitsgefährdend war, ist aber immer noch unklar.

Am Wochenende des 8. und 9. September gingen in der Leitstelle Wittmund in Ostfriesland zahlreiche Anrufe besorgter Anwohner ein. Beißender Brandgeruch hing in der Luft – er stammte vom Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle (WTD) 91 –etwa 100 Kilometer entfernt bei Meppen. (Weiterlesen: Moorbrand bei Meppen: Feuerwehr und Pioniere dämmen Brandherde ein)

Ob Wittmund, Wilhelmshaven, Cuxhaven, Bremen, Hamburg oder Hannover: In großen Teilen Nordwestdeutschlands war der Rauch des bis heute nicht gelöschten Feuers zu sehen und vor allem zu riechen. Behörden rieten den Anwohnern, im Haus zu bleiben und Türen und Fenster geschlossen zu haben. Gleichzeitig beschied die Bundeswehr dem Innenministerium, dass für die zivilen Einsatzkräfte keine Gesundheitsgefahr bestehe.

Daten fehlen weiterhin

Ob der Rauch für Anwohner und Einsatzkräfte gesundheitsgefährdend war, ist bis heute offen. Der Landkreis Emsland hat zwar auf seiner Internetseite nun beruhigende Messergebnisse veröffentlicht. Die reichen aber nur bis zum 21. September zurück – also in eine Zeit, als die dunklen Rauchschwaden über Niedersachsen bereits weitgehend verschwunden waren. (Weiterlesen: Landkreis stellt Messwerte nach Moorbrand in Meppen vor )

Nach Auskunft von Claudia Schröder aus dem Landes-Gesundheitsministerium in Hannover hat die WTD zwar weitergehende Ergebnisse. Doch: „Wir kommen nicht an die Messdaten der Bundeswehr heran“, sagte Schröder am Donnerstag im Gesundheitsausschuss des Landtags.

Die Grünen sehen darin einen Skandal: „Es ist unverantwortlich, dass das Land angesichts zurückgehaltener Messdaten der Bundeswehr aus den ersten zwei Wochen des Moorbrandes weiterhin die Gesundheitsgefahren für Einsatzkräfte und Anwohner herunterspielt“, sagte der Abgeordnete Christian Meyer. Die Fraktion will weiterhin Fragen zu dem Brand stellen – auch zu der Frage, wie gefährlich Munitionsreste für die zahlreichen Helfer gewesen sein könnten.

Ob die Bundeswehr über weitere Messdaten verfügt oder sogar einen Messwagen im Einsatz hatte, wollte ein Sprecher auf Nachfrage unserer Redaktion am Donnerstag nicht verraten. „Dazu äußern wir uns nicht“, sagte er.

Unterdessen scheint der Moorbrand unter Kontrolle zu sein, auch wenn Experten von einem wochen- bis monatelangen Weiterglimmen in tiefen Torfschichten ausgehen. Der Landkreis hat am Donnerstagmorgen den Katastrophenfall aufgehoben, die Präsenz der zivilen Feuerwehr soll in den kommenden Wochen auf sechs Züge heruntergefahren werden.

Nun gehe es um die Auswertung, sagte Alexander Götz vom Innenministerium. Vor allem die Kommunikation der WTD sowohl mit dem Innenministerium als auch mit dem Landeskommando der Bundeswehr müsse sich verbessern, forderte Götz. Außerdem brauche es Notfallpläne für das Bundeswehr-Gelände. Diese habe es bisher nicht gegeben: „Das haben wir sehr deutlich angesprochen“, sagte Götz.


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