Ging es um Drogengeschäfte? Nach Schüssen in Lüneburg geht es um versuchten Mord

Von dpa

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Das Landgericht Lüneburg spiegelt sich in der Scheibe eines Polizeifahrzeuges. Symbolfoto: dpaDas Landgericht Lüneburg spiegelt sich in der Scheibe eines Polizeifahrzeuges. Symbolfoto: dpa

Lüneburg. Wegen siebenfachen versuchten Mordes müssen sich zwei Männer seit Donnerstag vor dem Landgericht Lüneburg verantworten.

Laut Anklage sollen die beiden im April in Lüneburg nachts mehrfach aus einem fahrenden Auto auf eine Gruppe von sieben Männern geschossen haben. Ein 20-Jähriger wurde schwer verletzt. Dabei sollen die 22 und 25 Jahre Männer laut Staatsanwaltschaft heimtückisch und mit gemeingefährlichen Mitteln gehandelt haben. Sie hätten billigend in Kauf genommen, dass einer oder mehrere Menschen hätten getötet werden können.

Zuvor Streitigkeiten mit anderer Familie

Der jüngere Angeklagte, ein Türke, machte zu Prozessbeginn von seinem Schweigerecht Gebrauch. Sein 25-jähriger mitangeklagter Cousin bestritt, bei den Schüssen dabei gewesen zu sein. Geschossen habe ein anderer Beifahrer des 22-Jährigen. Den Namen wollte der staatenlose Mann aus Hamburg nicht nennen. Nach seiner Aussage waren den Schüssen Streitigkeiten mit einer in Lüneburg ansässigen Familie vorausgegangen, zudem sei es um Notwehr gegangen. Hintergrund seien nach seinem Wissen Drogengeschäfte gewesen. Das vermutet auch die Staatsanwaltschaft.

Den Angeklagten werden auch gefährliche Körperverletzung und ein Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen. Der 22-Jährige hatte sich im April nach einer Öffentlichkeitsfahndung und mehreren Wohnungsdurchsuchungen gestellt. Der Prozess findet unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt. Bis zum 30. November sind zunächst insgesamt acht Verhandlungstermine angesetzt.


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