Land bestellt 500 Stück Polizei Niedersachsen bekommt ab Oktober Bodycams

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Eine Bodycam aus dem Pilotprojekt der Polizei. Das jetzt gewählte Modell sieht ähnlich aus. Foto: dpaEine Bodycam aus dem Pilotprojekt der Polizei. Das jetzt gewählte Modell sieht ähnlich aus. Foto: dpa

Hannover. Mit Bodycams können Polizisten brenzlige Situationen im Einsatz filmen. Das Land Niedersachsen will sie flächendeckend einsetzen – und hat nun eingekauft.

Niedersachsens Polizei wird mit Körperkameras ausgestattet. Das Land hat nach einer Ausschreibung zunächst 500 Kameras geordert, die je nach Bestellungen im Laufe der nächsten fünf Jahre ausgeliefert worden sollen. Zusätzlich hat sich das Innenministerium eine Option für weitere 500 Stück gesichert.

Die ersten Geräte vom Typ „Zepcam T2“ sollen polizeiintern ab Oktober bestellbar sein, sagte Referatsleiter Gerd Lewin aus dem niedersächsischen Innenministerium am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags. Wann welche Polizeidienststelle mit Kameras ausgestattet wird, hängt demnach von den Bestellungen aus der Fläche und den Lieferzeiten, die auf bis zu sechs Wochen geschätzt werden, ab. Die Ausschreibung verlief für das Land erfreulich: Mit einem Stückpreis von 380 Euro sind die Bodycams deutlich günstiger als ursprünglich geplant. In ersten Entwürfen war die Polizei von etwa 1000 Euro pro Kamera ausgegangen.

Kamera soll abschrecken

Die knapp 160 Gramm leichten Geräte sollen Polizeieinsätze dokumentieren. Auf diese Weise sollen vor allem mögliche Gewalttäter von Angriffen auf die Beamten abgeschreckt werden. Auch andere Bundesländer, die Bundespolizei und die Bahn setzen verstärkt auf Kameras.

Kommt es zu keinen besonderen Vorkommnissen, sollen die zentral gespeicherten Aufnahmen 24 Stunden nach dem Einsatz wieder gelöscht werden.

Ton bleibt vorerst abgedreht

Noch ist die Funktionalität der Kamera aber eingeschränkt, betonte Lewin. So habe der Hersteller die Möglichkeit zur Tonaufnahme und zum so genannten „Pre-Recording“, bei dem bei einer Aufnahme auch die vorherigen 30 Sekunden mit aufgezeichnet werden, abgeriegelt. Grund: Noch ist den Beamten dies nicht erlaubt, erst das für Ende des Jahres geplante und hochumstrittene neue niedersächsische Polizeigesetz soll die Audioaufnahmen und Pre-Recording erlauben. Auf Dauer soll bei Polizeistreifen jeweils ein Beamter mit der Kamera ausgestattet sein – Abzeichen auf der Uniform sollen auf die Videoausstattung hinweisen.

Innenminister Boris Pistorius (SPD) hatte die Körperkameras in einem Ende 2016 gestarteten Pilotversuch von der Polizei erproben lassen. 21 Kameras gingen damals an den Start. Inzwischen sind es noch 20. Eine ist heruntergefallen.


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