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21.09.2018, 17:44 Uhr KOMMENTAR

Ferkelkastration: Thema verschleppt

Ein Kommentar von Klaus Wieschemeyer


Was aus Jungebern wie diesem sieben Wochen alten Tier wird, ist unklar. Foto: dpaWas aus Jungebern wie diesem sieben Wochen alten Tier wird, ist unklar. Foto: dpa

In 102 Tagen wir die betäubungslose Kastration von Ferkeln in Deutschland verboten. Wie es weitergehen soll, kann die Politik bis heute nicht sagen. Ein Armutszeugnis.

Noch gibt es Hoffnung auf eine Lösung in letzter Minute: Sollten sich Union und SPD im Bundestag auf einen gemeinsamen Kurs einigen, könnte es kurz vor dem Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration zum Jahreswechsel doch noch einen Aufschub geben. Gelingt dies nicht, müssen die Schweinezüchter das beharrliche Wegducken der Bundespolitik ausbaden. Jahrelang haben Bundesagrarminister das Thema verschleppt. Und bis heute wissen weder Landwirte noch Tierschützer noch Verbraucher, welches Ziel Berlin in Sachen Ferkelkastration hat. Will die Politik die Lokalanästhesie, die Ebermast oder den Import von Ferkeln aus Dänemark? Unklar. Dass Bundesländer wie Niedersachsen vergeblich versuchten, über den Bundesrat noch eine Verlängerung der aus der Zeit gefallenen betäubungslosen Kastration zu erreichen, zeigt nur, wie verfahren die Lage ist.

Egal, wie die Sache nun ausgeht, das Signal an die verbliebenen Schweinehalter im Land ist klar: Sie können mit ihren Unternehmen nicht auf die sprunghafte Politik bauen. Jede Investition in den Betrieb wird zum existenzbedrohenden Vabanquespiel. Kein Wunder, dass immer mehr Schweinebauern aufgeben.


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