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16.09.2018, 16:50 Uhr KOMMENTAR

Energie aus Wasserstoff: Ein Anfang, aber nicht das Ende

Kommentar von Nina Kallmeier

Foto: Jan Woitas/dpaFoto: Jan Woitas/dpa

Osnabrück. Der Verkehr muss grüner werden, wenn die Bundesregierung ihre Klimaziele erreichen will. Daran besteht kein Zweifel. Denn ein Fünftel der Treibhausgase in Deutschland gehen auf sein Konto. Soll die Energiewende also vorankommen, muss also auch in puncto Mobilität umgedacht werden. Ein Kommentar.

Ob Wasserstoff dabei das Maß aller Dinge werden wird, ist mittelfristig jedoch fraglich. Die Herstellung ist energieaufwendig – und grün wird der Kraftstoff nur, wenn in diesem Prozess auch ein grüner Strommix verwendet wird. Davon sind wir jedoch trotz aller Ausbauinitiativen und Rekorden bei der Produktion von Ökostrom noch weit entfernt.

Sich frühzeitig mit der Technologie zu beschäftigen und auch ohne makellose Ökobilanz Pilotprojekte – ob mit Brennstoffzelle oder Wasserstoff als Kraftstoff – auf die Straße, Schiene und in die Luft zu bringen, ist dennoch richtig. Nur so können Erfahrungen gesammelt und die Technologie und Prozesse verbessert werden. Das hat auch Auswirkungen auf den Preis, der unter anderem im Pkw-Verkehr aktuell alles andere als massentauglich ist.

Dass Fahrzeug- und Kraftstoffhersteller dennoch in Vorleistung gehen und die Infrastruktur ausbauen, ist weitsichtig – aber auch eine Wette auf die Zukunft. Der Ausbau beugt dem Henne-Ei-Problem, vor dem auch der batterieelektrische Antrieb steht, vor. Dass er sich am Ende lohnt, ist jedoch heute keineswegs sicher.


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