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14.09.2018, 16:56 Uhr KOMMENTAR

Es besteht Hoffnung bei der Schweinepest

Kommentar von Klaus Wieschemeyer

Das Virus der Afrikanischen Schweinepest (hier eine Mikroskopaufnahme) hat Westeuropa erreicht. Foto: dpaDas Virus der Afrikanischen Schweinepest (hier eine Mikroskopaufnahme) hat Westeuropa erreicht. Foto: dpa

Die Afrikanische Schweinepest kommt Niedersachsen immer näher. Ein Grund für Fatalismus ist das nach Ansicht unseres Kommentators nicht.

Der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Belgien ist für Niedersachsen ein Grund zu großer Sorge. Ein Grund zur Panik ist er bislang aber nicht. Denn mittlerweile gibt es zarte Hoffnung, dass das Virus die niedersächsische Schweinewirtschaft doch nicht in die Knie zwingt.

Erstens schwindet die Gefahr, dass China seinen Markt für deutsches Schweinefleisch schließt. Seit August grassiert die ASP auch in China. Damit entfällt möglicherweise ein wichtiges Argument für die drohende wirtschaftliche Abschottung.

Zweitens scheint es den Tschechen zu gelingen, einen Ausbruchsherd in ihrem Land einzugrenzen und unter Kontrolle zu behalten. Wenn das so bleibt, haben unsere Nachbarn den Beweis erbracht, dass ASP bei konsequentem Handeln kein unabwendbares Schicksal ist und auch ein Überspringen von Wild- auf Nutztiere vermieden werden kann.

Sollten sich die Hoffnungen auf China und Tschechien erfüllen, entscheidet der hiesige Verbraucher, ob die ASP die Existenz der Produzenten gefährden wird. Reagieren diese verschreckt und meiden den Kauf von Schweinefleisch, trifft dies die Branche ins Mark. Lassen sich die Verbraucher vom Wort „Pest“ nicht beeindrucken, können Niedersachsens Schweinebetriebe auch diese Krise überstehen.


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