Richter sieht "günstige Sozialprognose" Kind auf Dachboden missbraucht: Gericht reduziert Strafe für Ex-Wachmann

Von dpa

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Archivfoto: Volker Hartmann/dpaArchivfoto: Volker Hartmann/dpa

Göttingen/Einbeck. Weil er auf dem Dachboden eines Einbecker Museums einen Zehnjährigen sexuell missbraucht hat, hat das Landgericht Göttingen einen ehemaligen Wachmann zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. In erster Instanz war er noch zu drei Jahren ohne Bewährung verurteilt worden.

Das Gericht schloss sich in dem Berufungsprozess den gleich lautenden Anträgen von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung an. Der Angeklagte habe eine günstige Sozialprognose, bereue die Tat aufrichtig und absolviere seit einem Jahr eine Therapie, sagte der Vorsitzende Richter zur Urteilsbegründung.  

Wachmann umgeht Überwachungskameras

Der 34-Jährige hatte gestanden, den Jungen im April 2017 auf dem Dachboden des Motorrad- und Automobilmuseums PS-Speicher missbraucht zu haben. Der Schüler hatte damals mit seiner Familie den ehemaligen Kornspeicher besucht, sich aber von seinen Angehörigen getrennt, weil er einen Fahrsimulator in einem der Obergeschosse nutzten wollte. Als er den Wachmann um Hilfe bat, führte dieser ihn auf Umwegen an allen Überwachungskameras vorbei auf den Dachboden. Dort missbrauchte er das Kind. In erster Instanz vor dem Amtsgericht Einbeck hatte der Angeklagte drei Jahre Haft ohne Bewährung erhalten.

„Wir sind von dem Vorfall nach wie vor entsetzt und tief betroffen", sagte ein Sprecher des Museums. Das Gebäude sei zwar videoüberwacht. Der Wachmann, der nach Bekanntwerden der Vorwürfe fristlos entlassen worden war, habe allerdings seine Ortskenntnisse genutzt. 


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