Toepffer für Gedenkstätte Bückeberg Landtags-CDU will Thüringer Grenzlandmuseum fördern

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Im Grenzlandmuseum Eichsfeld in Teistungen sind Bilder von Sperranlagen des früheren Todesstreifens zu sehen. Foto: dpaIm Grenzlandmuseum Eichsfeld in Teistungen sind Bilder von Sperranlagen des früheren Todesstreifens zu sehen. Foto: dpa

Hannover. Das Land Niedersachsen hat derzeit 15 Gedenkstätten, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Bald könnte eine sechzehnte hinzu kommen. Die CDU hat sich dafür ausgesprochen, will aber auch mehr Erinnerung an eine andere Diktatur auf deutschem Boden.

Niedersachsens CDU-Fraktion spricht sich offen für einen Erinnerungsort auf dem Bückeberg bei Hameln aus. Dies würde das Angebot der bisher 15 Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus im Land abrunden, sagte Fraktionschef Dirk Toepffer am Mittwoch im Landtag. Auf dem Gelände veranstalteten die Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1937 so genannte „Reichserntedankfeste“ mit hunderttausenden Teilnehmern. Heute erinnert kaum etwas an diese Veranstaltungen.

Die Planungen für einen vom Kreistag beschlossenen Dokumentationsort sind seit Monaten hochumstritten. In der Anliegergemeinde Emmerthal gibt es Widerstand und die Sorge, aus dem Bückeberg könnte eine mit viel Steuergeld geförderte Pilgerstätte für Neonazis entstehen. CDU, Freie Wähler und AfD in Emmerthal haben sich für eine Bürgerbefragung ausgesprochen. Toepffer mahnte, die Menschen vor Ort einzubeziehen. „Über die Größe einer solchen Gedenkstätte kann man sicher streiten. Wer den Menschen in Emmerthal allerdings erzählt, dass es auf ihre Meinung zur Ausgestaltung der Gedenkstätte nicht ankommt, der riskiert, sie in die falsche Richtung zu treiben. Wir müssen die Menschen vor Ort nicht fürchten“, sagte er.

Der Verantwortung nicht gerecht geworden

Toepffer warb zudem dafür, ein bereits bestehendes Museum auf Thüringer Gebiet von Niedersachsen aus zu unterstützen: Es geht um das Grenzlandmuseum Eichsfeld in Teistungen bei Duderstadt. Vor dem Hintergrund des 30. Jahrestags der friedlichen Revolution in der damaligen DDR brauche es mehr Aufklärung über die deutsch-deutsche Geschichte. „Wer für die Heimat Verantwortung übernimmt, muss auch der Opfer der zweiten Diktatur auf deutschem Boden gedenken. Niedersachsen hatte die längste innerdeutsche Grenze zur DDR und unterstützt keine einzige Einrichtung, die sich mit den Schrecken dieser Grenze befasst“, sagte Toepffer. Bisher sei keine niedersächsische Landesregierung hier der eigenen Verantwortung gerecht geworden. „Wir wollen das ändern und endlich das weitgehend von Ehrenamtlichen getragene Grenzlandmuseum Eichsfeld verlässlich unterstützen“, sagte Toepffer.


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