Unglück bei Hameln Kind gerät an Oberleitung und erleidet tödlichen Stromschlag

Von dpa

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Symbolfoto: dpaSymbolfoto: dpa

Hameln. Ein zehn Jahre alter Junge ist in Hameln beim Spielen an eine Bahnoberleitung geraten und hat dabei einen tödlichen Stromschlag erlitten.

Als der Rettungsdienst am Freitagnachmittag am Unglücksort ankam, war das Kind bereits tot, wie die Polizei mitteilte. Nach Aussagen einer Zeugin war der Junge beim Spielen auf einen Kesselwagen geklettert. Demnach stolperte der Junge dort und hielt sich an der Oberleitung fest. Die Zeugin hörte einen lauten Knall und rief dann den Rettungsdienst. Sie sprach wohl auch mit einem von zwei weiteren Jungen, die mit dem Zehnjährigen gespielt hatten. Die beiden Freunde konnten später allerdings nicht befragt werden, wie es in der Polizei-Mitteilung hieß.

Mutter erlitt Zusammenbruch

Noch während der Unfallaufnahme kamen die Eltern des verunglückten Kindes gemeinsam mit weiteren Angehörigen zum Unglücksort. Eine Frau brach zusammen und musste medizinisch versorgt werden.

Da zunächst die Oberleitungen abgeschaltet wurden, war der Zugverkehr im Bahnhofsbereich von Hameln zwischenzeitlich unterbrochen.

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Spannungsüberschlag

Bahn-Oberleitungen haben eine Spannung von bis zu 15.000 Volt, das sind 65 mal mehr als in einer Steckdose. Entscheidend ist allerdings die Stromstärke von über 1000 Ampere. Die Kombination aus dieser hohen Spannung und Stromstärke ist in der Lage, die Luft zu überspringen und auf einem sogenannten Lichtbogen - also einem Blitz - über den Körper zur Erde zu gelangen. Der Spannungsüberschlag droht, wenn man der Oberleitung näher als 1,50 Meter kommt. Der Mensch, der zu zwei Dritteln aus Wasser besteht, fungiert in diesem Moment als Leiter. (stk)

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