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04.09.2018, 18:39 Uhr KOMMENTAR

Bank braucht Klarheit für die Zukunft

Kommentar von Klaus Wieschemeyer

Die Zentrale der Nord/LB in Hannover.  Foto: Caroline Seidel/ArchivDie Zentrale der Nord/LB in Hannover. Foto: Caroline Seidel/Archiv

Die niedersächsische Landesbank braucht wegen der Schiffskrise Geld. Vor allem braucht sie auch Klarheit, sagt unser Kommentator.

Für Niedersachsens Steuerzahler ist es zweitrangig, woher sich die Nord/LB ihr neues Kapital holen wird. Denn sein Geld ist schon längst weg: Es wurde zum großen Teil in den vergangenen Jahren in faulen Schiffkrediten versenkt. Zu lange hatte das alte Management vergeblich und mit Rückendeckung der Politik darauf gesetzt, dass die globale Schifffahrtskrise endet. Hinzu kommt der völlig überteuerte Kauf der maroden Bremer Landesbank aus politischen Gründen.

Zieht man das alles ab, ist die Nord/LB nach wie vor eine breit aufgestellte und Geld verdienende Universalbank mit guten Mitarbeitern. Die sind aber angesichts des laufenden Konzernumbaus und der schwammigen Zukunftsaussagen der Politik zu Recht tief verunsichert. Will die Landespolitik der Bank und ihren Mitarbeitern etwas Gutes tun, sorgt sie bald für Klarheit über den Kurs in die Zukunft.

Eine langfristige Trennung von der Nord/LB wäre nicht der richtige Weg. Zwar braucht kein Bundesland zwingend eine eigene Bank. Doch solange Politik nicht zu sehr in die Geschäfte eingreift, kann sich ein eigenes Institut auf Dauer doch noch bezahlt machen. Und vielleicht wird ja ein Teil des verlorenen Geldes wieder reingeholt.


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