Streit um betäubungsloses Kastrieren Agrarministerin befürchtet Aus für Sauenhaltung von Familienbetrieben

Von dpa

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Die von Niedersachsen angestrebte Fristverlängerung für das betäubungslose Kastrieren von Ferkeln ist in weite Ferne gerückt. Der Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz des Bundesrates lehnte den Vorstoß Bayerns, Ferkel noch bis 2023 ohne Betäubung kastrieren zu dürfen, ab. Niedersachsen hatte das Vorhaben unterstützt. Foto: Carmen Jaspersen/dpaDie von Niedersachsen angestrebte Fristverlängerung für das betäubungslose Kastrieren von Ferkeln ist in weite Ferne gerückt. Der Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz des Bundesrates lehnte den Vorstoß Bayerns, Ferkel noch bis 2023 ohne Betäubung kastrieren zu dürfen, ab. Niedersachsen hatte das Vorhaben unterstützt. Foto: Carmen Jaspersen/dpa

Hannover. Die von Niedersachsen angestrebte Fristverlängerung für das betäubungslose Kastrieren von Ferkeln ist in weite Ferne gerückt. Der Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz des Bundesrates lehnte den Vorstoß Bayerns, Ferkel noch bis 2023 ohne Betäubung kastrieren zu dürfen, ab. Niedersachsen hatte das Vorhaben unterstützt.

Über den Beschluss vom Montag sei sie „maßlos enttäuscht, weil ein Verzicht auf die Fristverlängerung für viele Familienbetriebe das Ende der Sauenhaltung bedeuten würde“, sagte Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) am Dienstag. (Weiterlesen: Jeder zweite Sauenhalter will nicht mehr - warum?)

Schweinezüchter dürfen vom Jahresbeginn 2019 an Ferkel nicht mehr ohne Betäubung kastrieren. Die männlichen Ferkel werden kastriert, um den von vielen als unangenehm empfundenen Ebergeruch zu vermeiden. Unter anderem das Landvolk hatte zuvor eine Fristverlängerung gefordert, weil es noch keine Klarheit gebe, welches Verfahren ab Januar genutzt werden könne.

Tierschützer sind gegen das betäubungslose Kastrieren. Grünen-Politikerin Miriam Staudte sagte: „Es wäre das fatale Signal gewesen, dass man Tierschutz-Verbesserungen einfach aussitzen kann, denn längst gibt es gute Alternativen.“ Bayern und andere Länder könnten das Thema aber noch direkt in der Sitzung des Bundesrats am 21. September zur Abstimmung bringen. (Weiterlesen: Bauernpräsidenten: Für Tierquäler ist bei uns kein Platz)

Derzeit könnten Alternativen der Ferkelkastration ohne Betäubung nicht flächendeckend umgesetzt werden, erklärte Otte-Kinast. Niedersachsen werde sich daher weiterhin dafür einsetzen, dass bei Ferkeln eine Kastration ohne Betäubung für eine begrenzte Zeit zulässig sei. (Weiterlesen: Kastration ohne Betäubung: Tierschutzbund appelliert an Bundesländer)

Es müsse weiterhin Ferkel aus Niedersachsen und nicht nur aus Dänemark oder den Niederlanden geben, forderte Otte-Kinast. Wer Ferkel aus dem Ausland beziehe, nehme lange Transportwege in Kauf und habe kaum Kontrollen darüber, unter welchen Bedingungen die Tiere gehalten und kastriert würden. (Weiterlesen: Ställe in Niedersachsen werden nur alle 20 Jahre überprüft)


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