zuletzt aktualisiert vor

Bei den Drei- bis Sechsjährigen führend Betreuungsqualität in Niedersachsens Kitas verbessert

Von dpa

Meine Nachrichten

Um das Thema Niedersachsen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

In niedersächsischen Krippen und Kindergärten hat sich die Qualität der Betreuung laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung verbessert. Foto: Patrick Pleul/dpaIn niedersächsischen Krippen und Kindergärten hat sich die Qualität der Betreuung laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung verbessert. Foto: Patrick Pleul/dpa

Gütersloh/Hannover. In niedersächsischen Krippen und Kindergärten hat sich die Qualität der Betreuung laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung verbessert.

So kamen am 1. März 2012 rein rechnerisch bei den unter Dreijährigen 4,2 Kinder auf eine Fachkraft, am 1. März 2017 waren es 3,8 Mädchen und Jungen. Damit ist das Betreuungsverhältnis für jüngere Kinder allerdings noch immer etwas ungünstiger als im westdeutschen Durchschnitt (1 zu 3,6). In Bremen lag die Quote mit 3,3 darunter, verschlechterte sich aber im Vergleich zu 2012 leicht um 0,1 Prozentpunkte. Das geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme der Stiftung hervor.  

Bei den Drei- bis Sechsjährigen bietet Niedersachsen dagegen nach Baden-Württemberg und Bremen die günstigsten Bedingungen. Eine Fachkraft muss zwischen Harz und Nordsee im Schnitt 8,2 Kindergartenkinder betreuen. In Bremen sind es 7,7 Mädchen und Jungen.

Gefälle zwischen den Wohnorten

Auch innerhalb von Niedersachsen gebe es ein Gefälle zwischen den Wohnorten, hieß es. Bei den Kindergartenkindern ist der Personalschlüssel am ungünstigsten in den Landkreisen Leer, Wittmund und Hameln-Pyrmont, in der Region Hannover und im Landkreis Northeim. Bei den Krippen stehen die Landkreise Helmstedt, Goslar und Leer sowie die Stadt Wolfsburg am schlechtesten da.

Nur geringfügig verbessert hat sich den Forschern zufolge die Situation der niedersächsischen Kita-Leiterinnen. Während vor fünf Jahren 19 Prozent der Kitas angaben, keine Zeit für Leitungsaufgaben zu haben, waren es 2017 immer noch rund 17 Prozent - bundesweit aber nur 11 Prozent. In Bremen verfügt knapp ein Drittel der Einrichtungen über keine Personalressourcen für die Leitung, allerdings haben 23 Prozent eine angemessene Leitungsausstattung, wie sie die Stiftung empfiehlt.

Von optimalen Bedingungen weit entfernt

Von optimalen Bedingungen beim Personalschlüssel sei man weit entfernt, hieß es in dem am Dienstag veröffentlichten „Ländermonitor frühkindliche Bildungssysteme“ der Bertelsmann Stiftung.

Eine pädagogische Fachkraft betreute zum Stichtag am 1. März 2017 rechnerisch 9,1 Kindergartenkinder - fünf Jahre zuvor waren es 9,8 ganztagsbetreute Jungen und Mädchen ab drei Jahren. In den Krippen war eine Erzieherin für 4,3 Kinder unter drei Jahren zuständig - im März 2012 lag der Schlüssel noch bei 1 zu 4,8 Unterdreijährigen.

Das geplante „Gute-Kita-Gesetz“ der Bundesregierung drohe das regionale Qualitätsgefälle und den nach wie vor bestehenden „Flickenteppich“ noch zu verschärfen, monierte Stiftungsvorstand Jörg Dräger in Gütersloh. Weiterer Kritikpunkt: Seit 2015 stagniere in elf Ländern die personelle Aufstockung in den Krippen - so auch in NRW, Hessen, Berlin, Schleswig-Holstein, Sachsen oder Thüringen.

Vor allem für Kleinkinder unter drei Jahren in Ostdeutschland sieht die Untersuchung eine Benachteiligung. Hier müsse eine Erzieherin etwa doppelt so viele Kinder betreuen wie eine Fachkraft in vielen westlichen Bundesländern, erläuterte eine Expertin der Stiftung. In Ostdeutschland würden gut 631.000, in Westdeutschland knapp 2,8 Millionen Jungen und Mädchen in Kitas und - zu einem geringen Anteil von unter 5 Prozent - in der Kindertagespflege betreut.

Schlusslichtern Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen

Bundesweit am besten ist die Personalsituation für die Kleinen in Baden-Württemberg - mit einem Betreuungsschlüssel von 1 zu 3,1 Krippenkindern und 1 zu 7,1 Kindern von drei bis sechs Jahren. Den zweiten Platz belegt Bremen. Niedersachsen verfügt bei den älteren Kindergartenkindern über vergleichsweise viele Erzieherinnen und teilt sich Platz drei mit Rheinland-Pfalz, wo 3,5 Krippenkinder von einer Fachkraft betreut werden. Innerhalb des bevölkerungsreichsten Bundeslandes NRW bestehen besonders große Unterschiede je nach Wohnort. Zu den Schlusslichtern gehören Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Sachsen. Die Stiftung forderte deutlich mehr Mittel vom Bund vor allem für Ostdeutschland.

Die Vize-Chefin der SPD-Bundestagsfraktion, Katja Mast, verteidigte das geplante „Gute-Kita-Gesetz“. Es werde die Qualität der Kindertagesbetreuung stärken und Zugangshürden durch Gebühren abbauen, sagte Mast der Deutschen Presse-Agentur. „Es wird die Situation in Deutschland deutlich verbessern“, zeigte sich Mast überzeugt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN