Tierpark zeigt Modell Neue Anlage für bedrohte Leoparden in Nordhorn

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Auf ein viermal größeres Gehege als bisher dürfen sich die Nordhorner Leoparden freuen. Foto: Franz FrielingAuf ein viermal größeres Gehege als bisher dürfen sich die Nordhorner Leoparden freuen. Foto: Franz Frieling

Nordhorn. Die Leoparden im Tierpark Nordhorn bekommen ein neues Gehege. Die Pläne für die Anlage hat Zoodirektor Nils Kramer am 24. August 2018 rund 120 Mitgliedern des Fördervereins des Tierparks beim alljährlichen Grillabend präsentiert.

Seit drei Jahren läuft laut einer Pressemitteilung des Zoos die „Leopardenkampagne“ des Fördervereins mit dem Ziel, einen ordentlichen Anteil an den benötigten Investitionsmitteln durch Spenden und Aktionen zu sammeln. Auf großen Fotowänden im Zoo werden seitdem Besucher gebeten, einen Beitrag zu geben.

Nur noch 1200 Exemplare

Nur noch rund 1200 Exemplare des nordpersischen Leoparden gibt es in freier Wildbahn. Die Zoogemeinschaft setzt sich durch die Erhaltungszucht für deren Überleben ein. Mit dem bedeutenden Zuchterfolg bei den Nordhorner Leoparden, bei dem 2014 weltweit das erste Mal zwei Leopardenjungtiere mittels künstlicher Besamung in Nordhorn das Licht der Welt erblickten, ist auch die Forschung und Erhaltungszucht einen guten Schritt vorangekommen. An diesen Erfolg will der Tierpark auch in Zukunft anknüpfen.


Zoodirektor Nils Kramer (Bildmitte im weißen Hemd) präsentierte den Fördervereinsmitgliedern die Pläne für das Leoparden-Gehege. Foto: Franz Frieling


„Ich bin glücklich, heute dieses Modell der neuen Leopardenanlage zu präsentieren“, sagte der Tierparkleiter. „Wir haben die letzten Monate intensiv recherchiert, getüftelt und Ideen abgeklopft. Jetzt gehen wir in die nächste Phase.“

Da Leoparden außer in der Paarungszeit strikte Einzelgänger sind, benötigt man bei einer Paarhaltung immer zwei separate Abteilungen. Die neue Anlage soll diese Aspekte der Erhaltungszucht berücksichtigen, immerhin gehört das Nordhorner Leopardenpaar zu den genetisch wertvollsten in Europa.

Große Besucherplattform

Mehr als viermal so groß wie die bisherige Anlage ist deshalb der überplante Bereich auf der alten Afrikaanlage mitten im Zoo. Mit einer dem natürlichen Lebensraum der Tiere, dem Zagrosgebirge, nachempfundenen Gestaltung wird den Tieren ein naturnaher Lebensraum geschaffen und die Besucher können in diese Landschaft eintauchen und so noch mehr über Lebensweise und Verhalten der Tiere erfahren. Eine große Besucherplattform ermöglicht zudem Einblicke aus ganz verschiedenen Perspektiven. Denn die neue Anlage wird den kletterfreudigen Tieren eine Nutzung der drei Dimensionen ermöglichen. Baumstämme und Bäume laden zum klettern, kratzen und zum Ausguck ein. In Zukunft sollen sich Mensch und Tier auch in mehreren Metern Höhe begegnen können.


Von einer großen Plattform aus sollen die Besucher die Leoparden in den beiden getreten Bereichen der neuen Anlage beobachten können. Foto: Franz Frieling


Da man jetzt erst in die Umsetzungsphase einsteigt, kann der Tierpark noch keine abschließende Höhe der Investitionen angeben. Eine erste vorsichtige Kostenschätzung gehe aber von rund 800.000 Euro aus. Die Anlage sei damit eine der aufwendigsten, die bisher im Nordhorner Familienzoo errichtet wurden. Wenn die Witterung und der weitere Planungsfortschritt wie bisher mitspielen, soll um den Jahreswechsel mit ersten Baumaßnahmen begonnen werden.

Dank der letzten sehr guten Jahre im Tierpark stehen erste Mittel zur Umsetzung bereit, sagte Kramer und ergänzte: „Wir hoffen natürlich auf weiterhin große Unterstützung durch die Besucher und den Förderverein."

Förderverein wird 25 Jahre alt

Diese Unterstützung sicherte die Vorsitzende des Fördervereins, Lilo Hilkenbach, dann auch gleich zu. „Wir werben und sammeln fleißig weiter. Im nächsten Jahr hat der Förderverein 25-jähriges Jubiläum, anlässlich dieses Ereignisses kann der Tierpark fest mit unserer Unterstützung und natürlich auch mit einer größeren Spende rechnen.“ 


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