Nach drei Jahren Umbau Ostpreußisches Landesmuseum wieder geöffnet

Von dpa

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Ein naturgetreuen Nachbildung eines Wisent im Ostpreußischen Landesmuseum: Das 1987 eröffnete Museum beschäftigt sich mit Geschichte, Kultur und Landschaft in den früheren deutschen Ostgebieten. Foto: Philipp Schulze/dpaEin naturgetreuen Nachbildung eines Wisent im Ostpreußischen Landesmuseum: Das 1987 eröffnete Museum beschäftigt sich mit Geschichte, Kultur und Landschaft in den früheren deutschen Ostgebieten. Foto: Philipp Schulze/dpa

Lüneburg. Mit Geschichte, Kultur und Landschaft des früheren Ostpreußen beschäftigt sich ein Museum in Lüneburg. Nach mehr als drei Jahren öffnet das Ostpreußische Landesmuseum wieder seine Tore. Themen sind nicht nur Kollwitz und Kant, sondern auch Flucht und Vertreibung.

Das Ostpreußische Landesmuseum in Lüneburg ist nach mehr als drei Jahren Umbau und Modernisierung am Samstag wiedereröffnet worden. Mit einem Festakt wurde die Dauerausstellung mit einer neuen deutsch-baltischen Abteilung feierlich eröffnet. Ab Sonntag sind die Exponate auch für die Öffentlichkeit zu sehen. Nach eigenen Angaben ist es das weltweit einzige Museum, das sich umfassend der Region widmet. Ostpreußen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zwischen der damaligen Sowjetunion und Polen aufgeteilt.

Das 1987 eröffnete Museum beschäftigt sich mit Geschichte, Kultur und Landschaft in den früheren deutschen Ostgebieten. So werden etwa Werke von Käthe Kollwitz (1867-1945) und dem Impressionisten Lovis Corinth (1858-1925) sowie Gegenstände aus dem Nachlass von Immanuel Kant (1724-1804) gezeigt. Das Ostpreußische Landesmuseum hatte 2016 die umfangreiche Sammlung eines Museums aus Duisburg mit Objekten des Philosophen übernommen, dessen 300. Geburtstag 2024 gefeiert wird.

Joachim Mähnert (li.), Museumsdirektor, zeigt Monika Grütters (CDU, 2.v.li.), Staatsministerin für Kultur und Medien, Ausstellungsstücke im Ostpreußischen Landesmuseum. Foto: Philipp Schulze/dpa

Der Aufbau der Sammlung begann bereits 1958 mit der Gründung des Ostpreußischen Jagdmuseums in Lüneburg. Eine eigene Abteilung beschäftigt sich mit Flucht, Vertreibung und Integration.

Das Ostpreußische Landesmuseum sei ein "wichtiger europäischer Kulturbotschafter", sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) zur Wiedereröffnung. Die Auseinandersetzung mit dem deutschen Kulturerbe in Mittel- und Osteuropa sowie die Besinnung auf die gemeinsame Geschichte könne dabei helfen, Krisen und Konflikte besser zu verstehen. "Diese Geschichte gehört zum gemeinsamen Erbe Mitteleuropas", betonte auch der niedersächsische Kulturminister Björn Thümler (CDU). Sie wirke in Kunst, Philosophie und Naturwissenschaft bis heute, sei aber auch durch die traumatische Erfahrung von Flucht, Vertreibung und Zerstörung geprägt.

Das von der Ostpreußischen Kulturstiftung getragene Museum wird vom Bund und vom Land Niedersachsen mitfinanziert. Die Kosten für den neuen Erweiterungsbau liegen bei sechs Millionen Euro. Bis zum Jahr 2022 wolle Niedersachsen insgesamt mehr als zwei Millionen Euro zur Finanzierung eines weiteren Erweiterungsbaus zur Verfügung stellen, hieß es in Hannover. Der Bund werde sich mit mehr als fünf Millionen Euro beteiligen.


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