Was in Niedersachsen geplant ist Masterplan Digitalisierung: Bis 2021 keine Netzlücken mehr?

Von Lars Laue

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Für den in 20 Themenbereiche aufgeteilten Fahrplan werden insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung stehen. Foto: dpaFür den in 20 Themenbereiche aufgeteilten Fahrplan werden insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung stehen. Foto: dpa

Hannover. Bis 2021 sollen die Lücken im Mobilfunknetz geschlossen sein. 2025 haben alle Haushalte in Niedersachsen schnelles Internet – so der Plan.

Niedersachsen fährt auf die Datenautobahn: Mehr als eine Milliarde Euro will das Land bis 2022 in den Ausbau der digitalen Infrastruktur und die Digitalisierung von Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft investieren. Hier einige Eckdaten des Masterplans Digitalisierung:

Schnelles Internet: Ziel sei, so Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, die vollständige Versorgung aller Haushalte in Niedersachsen bis 2025 mit gigabitfähigen Anschlüssen. Gleichzeitig wolle man bis 2021 alle Schulen, Universitäten und Hochschulen, alle Gewerbegebiete und niedersächsischen Seehäfen gigabitfähig versorgen.

Mobilfunkversorgung: Um die insbesondere in ländlichen und grenznahen Gebieten, auf Bahn- und Schiffsverkehrswegen bestehenden Funklöcher schließen zu können, will das Land erstmals eigene Mittel in die Mobilfunkversorgung investieren. Mit 20 Millionen Euro soll gemeinsam mit den Telekommunikationsunternehmen bis 2021 eine hundertprozentige 4G- beziehungsweise LTE-Versorgung in Niedersachsen erreicht werden.

Hilfen für Betriebe: Um die heimische Wirtschaft bei der Digitalisierung zu unterstützen, will das Land im Herbst eine „Digitalagentur Niedersachsen“ einrichten, die die bestehenden Beratungsangebote für kleine und mittelständische Unternehmen koordiniert. Geplant ist zudem ein „Digitalbonus“ für Mittelstand und Handwerk. Mit Fördergeldern von bis zu 15 Millionen Euro sollen Unternehmen bei Investitionen in die Digitalisierung von Dienstleistungs- und Betriebsprozessen sowie bei der Einführung von IT-Sicherheitssystemen unterstützt werden können.

Bildung: Alle Schulen und Bildungseinrichtungen in Niedersachsen sollen möglichst zeitnah eine leistungsstarke Netzanbindung und die für digitales Lernen notwendige Infrastruktur erhalten. Lehrkräfte sowie das Funktions- und das Leitungspersonal in Schulen sollen die notwendige Qualifizierung und Beratung erhalten, um Schüler beim digitalen Lernen professionell fördern und begleiten zu können.

Ausbauoffensive: Bereits in 2018 stehen 100 Millionen Euro für die Ausbauoffensive in Gigabitnetze zur Verfügung. Bis Ende 2020 will die Landesregierung mindestens 300 Millionen Euro in den Gigabitausbau investieren, bis Ende 2022 mindestens 500 Millionen Euro.

Reaktionen: Der Arbeitgeberverband Niedersachsen-Metall begrüßt die Digitalisierungspläne der rot-schwarzen Koalition: „Mit dem Masterplan versteckt sich die Landesregierung nicht, sie geht den Standortwettbewerb der Bundesländer wieder offensiv an.“ Ähnlich positiv äußerten sich die niedersächsischen Unternehmerverbände: „Der Masterplan hat die volle Unterstützung der Wirtschaft. Das Ganze ist jedoch erst der Anfang.“ Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte äußert Forderungen über den technischen Ausbau hinaus: „Zur erfolgreichen Umsetzung gehören vor allem gut ausgebildete und genügend Lehrkräfte, die technische Unterstützung von anderen Fachkräften erhalten müssen.“


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