150000 Tonnen für den Winter Land bunkert Streusalz in rauen Mengen

Von Hans Brinkmann | 30.09.2011, 14:49 Uhr

Streusalz in rauen Mengen hat jetzt das Land Niedersachsen gebunkert – als Vorsorge für den Fall, dass es erneut zu Schnee- und Eisglätte in solch enormem Ausmaß wie in den beiden letzten Wintern kommt.

Ein Sprecher des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums teilte gestern in Hannover mit, dass die gut 110 Streugutlager in Niedersachsen inzwischen mit rund 150000 Tonnen Salz gefüllt worden seien. Das sei mehr als die doppelte Menge, die man im letzten Winter als Vorrat eingebunkert habe.

Dem Sprecher zufolge wurden an vier logistisch bedeutsamen Standorten bei Verden, in Lingen und in Hildesheim größere Hallen angemietet, in denen zwischen 12500 und 25000 Tonnen Streusalz eingelagert werden könnten.

Nach Angaben des Sprechers wurden in den letzten Jahrzehnten in Niedersachsen im Durchschnitt 110000 Tonnen Salz „pro Saison“ benötigt. Im Ausnahmewinter 2009/2010 seien es 220000 Tonnen gewesen, und um die Jahreswende 2010/2011 habe man 160000 Tonnen Streusalz auf die Straßen bringen müssen.

Nach Auskunft des Ministeriums wird im laufenden Betrieb Nachschub geordert, sobald 80 Prozent der Lagerkapazität unterschritten werden. Bei enorm hoher Nachfrage wirkt sich das allerdings auf den Preis aus: Zahlte das Land laut Ministeriumssprecher von drei Jahren noch 60 Euro pro Tonne, so musste man zuletzt 75 Euro berappen; jetzt sind es sogar zwischen 80 und 85 Euro. Die Ausgaben des Landes summierten sich entsprechend auf zwölf Millionen Euro.

Hinzu kommen allerdings noch die Beträge, die Kommunen für den Winterdienst auf untergeordneten Straßen aufbringen müssen. Das Land ist für insgesamt etwa 17700 Kilometer zuständig, davon 1400 Kilometer Autobahnen, 4700 Kilometer Bundes- und 8000 Kilometer Landesstraßen. Außerdem betreut das Land per Vertrag noch 3600 Kilometer Kreisstraßen.

Um Beeinträchtigungen für die Autofahrer zu mildern, stehen landesseitig rund 1400 Bedienstete sowie mehr als 600 Fahrzeuge parat. Sie bringen bei einem landesweit flächendeckenden Winterdiensteinsatz pro Tag rund 5000 Tonnen auf die Straße.