Masterplan Digitalisierung Laptops oder Tablets als Pflichtausstattung für Schüler in Niedersachsen

Von lni

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Tablets oder Laptops sollen künftig zur Pflichtausstattung von Schülern gehören. Foto: dpaTablets oder Laptops sollen künftig zur Pflichtausstattung von Schülern gehören. Foto: dpa

Hannover. Schnelles Internet überall, technisch versierte Schüler, schon kurzfristig keine großen Lücken im Handynetz – Niedersachsen hat sich viel vorgenommen. Der Masterplan Digitalisierung soll am 21. August vorgestellt werden. Eltern von Schulkindern könnte es etwas kosten – denn der Plan sieht Laptops oder Tablets für Schüler vor.

Der Masterplan zur Digitalisierung Niedersachsens sieht unter anderem Laptops oder Tablet-Computer für Schüler vor. Die Landesregierung wolle "digitale mobile Endgeräte" als Lernmittel anerkennen und damit zur Pflichtausstattung in den weiterführenden Schulen machen, berichteten die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" und das Politikmagazin "Rundblick". Für die Kosten müssten aber in der Regel die Eltern aufkommen. Das Wirtschaftsministerium wolle sich erst am Dienstag zu den Plänen äußern, sagte eine Sprecherin am Freitag.

Kritik vom Landeselternrat und der GEW

"Dieses Vorhaben sieht der Landeselternrat sehr kritisch", sagte Mike Finke, Vorsitzender des Landeselternrats Niedersachsen. "Schon bei den teuren Taschenrechnern haben wir uns bemüht, diese als Bestandteil des Bildungs- und Teilhabepakets anerkennen zu lassen." Dabei sei nur ein Teilerfolg erzielt worden, so mussten Eltern diese im Regelfall selbst bezahlen. "Die Gesamtkosten haben jetzt ein Maß erreicht, wo es nicht mehr weiter ansteigen darf", forderte Finke.

"Arme Kinder könnten vielleicht Leih-Geräte bekommen, die jedoch ihre Armut stigmatisieren sowie die Fragen nach Wartung und Reparatur aufwerfen." Laura Pooth, GEW-Landesvorsitzende

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) übte Kritik. "Damit würden Normal- und Geringverdiener finanziell besonders belastet, was die GEW entschieden ablehnt", sagte die Landesvorsitzende Laura Pooth. "Wenn diese Pläne umgesetzt werden, kommen Kinder aus wohlhabenden Familien mit hochwertigen Tablets oder Notebooks in den Unterricht", meinte sie. "Arme Kinder könnten vielleicht Leih-Geräte bekommen, die jedoch ihre Armut stigmatisieren sowie die Fragen nach Wartung und Reparatur aufwerfen." Andere Eltern blieben mit dem Problem allein, wie sie regelmäßige Neuanschaffungs- und Reparaturkosten schultern sollen, besonders bei mehreren Kindern. Dieser Teil des Masterplans wirke "plan- und gedankenlos".

Leichtbauroboter für Schulen

Schon während der rot-grünen Koalition hatte die Landesregierung im Juli 2016 im Kabinett das Konzept "Medienkompetenz in Niedersachsen – Ziellinie 2020" beschlossen. Dazu gehörte das Vorhaben, dass mittelfristig alle Schüler an weiterführenden Schulen mit individuellen digitalen mobilen Endgeräten arbeiten sollten. Niedersachsen verfolge dabei den "Bring your own device"-Ansatz, hieß es damals, also das Mitbringen eigener Geräte. Auch gezielte medienpädagogische Projekte wie Tablet-Klassen wurden auf die Agenda gesetzt. Nach dem neuen Masterplan solle der flächendeckende Ausbau von Hochleistungsnetzen für ein superschnelles Internet mit einem Gigabit je Sekunde bis 2025 abgeschlossen sein, hieß es in den Berichten am Freitag zudem. Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Gewerbegebiete und Seehäfen sollen bereits 2021 entsprechend ausgerüstet sein. Beim Mobilfunk sei das Ziel, die großen Lücken bis Ende 2019 zu schließen. Zudem sollen viele Schulen laut "HAZ" für den Unterricht Leichtbauroboter erhalten, damit sich Jugendliche besser mit der technischen Entwicklung auseinandersetzen können.

100 Millionen Euro für Breitband-Infrastruktur

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) will den Fahrplan am 21. August vorstellen. Für den in 20 Themenbereiche aufgeteilten Plan wird insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung stehen. 850 Millionen Euro davon sind bereits im Haushaltsentwurf 2019 enthalten. Dieses Jahr soll es für die Breitband-Infrastruktur 100 Millionen Euro geben. Ende Juli hatte Althusmann die Fahrplan-Vorstellung für den vergangenen Dienstag angekündigt. Nach Angaben seines Ministeriums gab es aber "Verzögerungen im Abstimmungsablauf".


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