Masterplan zur Digitalisierung Laptops oder Tablets für Schüler in Niedersachsen als Pflichtausstattung

Von dpa

Meine Nachrichten

Um das Thema Niedersachsen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Gehören Tablets oder Laptops bald zur Pflichtausstattung in niedersächsischen Schulen? Foto: Arne Dedert/dpaGehören Tablets oder Laptops bald zur Pflichtausstattung in niedersächsischen Schulen? Foto: Arne Dedert/dpa

Hannover. Der Masterplan zur Digitalisierung Niedersachsens sieht unter anderem Laptops oder Tablet-Computer für Schüler vor. Die Landesregierung wolle "digitale mobile Endgeräte" als Lernmittel anerkennen und damit zur Pflichtausstattung in den weiterführenden Schulen machen

Von diesem Plan berichteten die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" und das Politikmagazin "Rundblick". Für die Kosten der Geräte müssten aber in der Regel die Eltern aufkommen.

Schnelles Internet bis 2025

Bis 2025 solle der flächendeckende Ausbau von Hochleistungsnetzen für ein superschnelles Internet mit einem Gigabit je Sekunde abschlossen sein, hieß es weiter. Schulen, Krankenhäuser und Gewerbegebiete sollen bereits 2021 entsprechend ausgerüstet sein. Beim Mobilfunk sei das Ziel, die großen Lücken bis Ende 2019 zu schließen.

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) will den Fahrplan am 21. August vorstellen. Für den in 20 Themenbereiche aufgeteilten Masterplan wird insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung stehen. 850 Millionen Euro davon sind bereits im Haushaltsentwurf 2019 enthalten. Dieses Jahr soll es für die Breitband-Infrastruktur die ersten 100 Millionen Euro geben. Das Wirtschaftsministerium will sich offiziell erst am Dienstag zu den Plänen äußern, sagte eine Sprecherin am Freitag.

Kritik von Elternrat

«Dieses Vorhaben sieht der Landeselternrat sehr kritisch», sagte Mike Finke, Vorsitzender des Landeselternrats Niedersachsen. «Schon bei den teuren Taschenrechnern haben wir uns bemüht, diese als Bestandteil des Bildungs- und Teilhabepakets anerkennen zu lassen.» Dabei sei nur ein Teilerfolg erzielt worden, so mussten Eltern im Regelfall selbst bezahlen. «Die Gesamtkosten haben jetzt ein Maß erreicht, wo es nicht mehr weiter ansteigen darf», forderte Finke.

Belastung für Normal- und Geringverdiener

Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) übte Kritik. «Damit würden Normal- und Geringverdiener finanziell besonders belastet, was die GEW entschieden ablehnt», sagte die Landesvorsitzende Laura Pooth. «Wenn diese Pläne umgesetzt werden, kommen Kinder aus wohlhabenden Familien mit hochwertigen Tablets oder Notebooks in den Unterricht», meinte sie. «Arme Kinder könnten vielleicht Leih-Geräte bekommen, die jedoch ihre Armut stigmatisieren sowie die Fragen nach Wartung und Reparatur aufwerfen.» Andere Eltern blieben mit dem Problem allein, wie sie regelmäßige Neuanschaffungs- und Reparaturkosten schultern sollen, besonders bei mehreren Kindern. Dieser Teil des Masterplans wirke «plan- und gedankenlos».

Schon während der rot-grünen Koalition hatte die Landesregierung im Juli 2016 im Kabinett das Konzept «Medienkompetenz in Niedersachsen - Ziellinie 2020» beschlossen. Dazu gehörte das Vorhaben, dass mittelfristig alle Schüler an weiterführenden Schulen mit individuellen digitalen mobilen Endgeräten arbeiten sollten. Niedersachsen verfolge dabei den «Bring your own device»-Ansatz, hieß es damals, also das Mitbringen eigener Geräte. Auch gezielte medienpädagogische Projekte wie Tablet-Klassen wurden auf die Agenda gesetzt. Nach dem neuen Masterplan solle der flächendeckende Ausbau von Hochleistungsnetzen für ein superschnelles Internet mit einem Gigabit je Sekunde bis 2025 abgeschlossen sein, hieß es in den Berichten am Freitag zudem. Schulen, Universitäten, Krankenhäuser, Gewerbegebiete und Seehäfen sollen bereits 2021 entsprechend ausgerüstet sein. Beim Mobilfunk sei das Ziel, die großen Lücken bis Ende 2019 zu schließen. Zudem sollen viele Schulen laut «HAZ» für den Unterricht Leichtbauroboter erhalten, damit sich Jugendliche besser mit der technischen Entwicklung auseinandersetzen können.

Eine Milliarde Euro

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) will den Fahrplan am 21. August vorstellen. Für den in 20 Themenbereiche aufgeteilten Plan wird insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung stehen. 850 Millionen Euro davon sind bereits im Haushaltsentwurf 2019 enthalten. Dieses Jahr soll es für die Breitband-Infrastruktur 100 Millionen Euro geben. Ende Juli hatte Althusmann die Fahrplan-Vorstellung für den vergangenen Dienstag angekündigt. Nach Angaben seines Ministeriums gab es aber «Verzögerungen im Abstimmungsablauf».


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN