Fraktion steckt hinter Kampagne AfD-Fraktion kämpft mit „Mähtoo“ um Aufmerksamkeit

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Mit zwei Pritschenwagen kämpft die AfD gegen das Schächten

            


            

              
                
              
            

            

              
                Foto: AfD NiedersachsenMit zwei Pritschenwagen kämpft die AfD gegen das Schächten Foto: AfD Niedersachsen

Hannover. Vor dem islamischen Opferfest hat eine Kampagne gegen das Schächten Muslime im Land verunsichert.-Nun steht fest: Die AfD steht dahinter.

Ein Lamm schaut den Betrachter vom blau-roten Plakat auf einem Pritschenwagen an. „Ich heiße Heidrun, und gehöre hierher. Eid al-Adha nicht...“ steht in einer Gedankenblase. Darunter steht der Hashtag #mähtoo. Eid al-Adha ist das am 21. Áugust beginnende muslimische Opferfest. Zwei Mercedes mit solchen Plakaten kurven seit einigen Wochen durch Hannover, Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter. Anfangs war unklar, wer dahinter steckt.

AfD steckt dahinter

Am Donnerstag verkündete AfD-Landtagsfraktionschefin Dana Guth offiziell vor der Presse, was inzwischen durch eine Impressumsänderung auf der Homepage der Kampagne eh klar war: Es ist ihre Fraktion.

Man habe auf das Thema betäubungsloses Schächten von Tieren hinweisen wollen, ohne das sofort mit der AfD zu verbinden, begründet Guth die Aktion, die aus der Fraktionskasse bezahlt worden sei.

Wie teuer das Ganze sei, wisse sie gerade nicht. Ob die Ausgabe rechtmäßig sei, müsse der Rechnungshof klären.

Angesichts positiver Rückmeldungen auf der Straße und im Internet fühle man sich nun bestärkt, die Kampagne auch über das Opferfest hinaus weiterzuführen. „Wir haben keine andere Möglichkeit, den Bürger zu erreichen“, klagt die Politikerin. So kämpfe die AfD im Landtag seit Monaten gegen das betäubungslose Schächten. Doch berichtet werde darüber kaum.

Unauffällig im Landtag

Durchaus möglich, dass die Kampagne der Auftakt für eine neue Kommunikationsstrategie der Fraktion ist. Im Landtag arbeiten die Parlamentsneulinge oft unauffällig. Als kleinste und von allen anderen gemiedene Fraktion gehen ihre Anträge meist ins Leere. Der öffentliche und polarisierende außerparlamentarische Auftritt könnte ein Ausweg sein. Guth gibt sich mit der Kampagne zumindest sehr zufrieden.

Kritik zurückgewiesen

Kritik weist Guth zurück: Dass #Mähtoo an die Kampagnen #metoo (gegen sexuelle Belästigung) und #metwo (gegen Rassismus) erinnert, sei angemessen. Immerhin gehe es beim betäubungslosen Schächten um unnötige Tierquälerei.

Dass nahe bei und an muslimischen Einrichtungen „mähtoo“-Aufkleber mit stilisierten Blutfleck aufgeklebt wurden, habe dagegen mit der Fraktion nichts zu tun. Die Aufkleber habe man weder beauftragt noch verteilt. Dies seien Unbekannte, sagt Guth. Muslime hatten die Sticker an Laternen und Moscheen scharf kritisiert.


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