"Wolfsburger Spendenmärchen" Wohltäter stiftet 100.000 Euro in Wolfsburg - und möchte anonym bleiben

Von dpa

Blick auf Wolfsburg mit der Volkswagen Arena, der Autostadt und dem Volkswagenwerk.Foto: Matthias Leitzke/dpaBlick auf Wolfsburg mit der Volkswagen Arena, der Autostadt und dem Volkswagenwerk.Foto: Matthias Leitzke/dpa

Wolfsburg. In Wolfsburg hat ein Wohltäter erneut eine große Geldsumme für ein Hospiz gestiftet. Der Mann gab in der Lokalredaktion der "Wolfsburger Nachrichten" fünf dicke Geldbündel mit insgesamt 100 000 Euro in bar ab, wie die Zeitung am Donnerstag berichtete.

Fünf dicke Geldbündel überreicht der Mann in der Redaktion einer Wolfsburger Zeitung, insgesamt 100 000 Euro für einen guten Zweck. Genannt werden möchte der Spender nicht. Er lässt sich Anonymität garantieren und geht wieder - es war nicht sein erster Besuch. Er möchte anonym bleiben und mit seiner Spende die Eröffnung eines zweiten Hospizhauses in der Stadt unterstützen.

Die Gabe war nicht seine erste. "Der Spender war schon früher bei uns - wir können keine Angaben darüber machen, wie oft", sagte Stephanie Giesecke, Lokalredakteurin des Blattes in Wolfsburg. So waren bereits im vergangenen Dezember nach Spenden für andere Zwecke in der Redaktion 50 000 Euro für den Hospizverein übergeben worden. Die Zeitung machte am Donnerstag keine Angaben, ob es damals derselbe Spender war.

"Auch uns ist sein Name nicht bekannt", betonte Giesecke am Donnerstag. Das "Wolfsburger Spendenmärchen" habe im vergangenen Herbst begonnen, hieß es in ihrem Bericht. Nach einem Artikel über ein blindes Fundkätzchen seien damals in der Redaktion 5000 Euro für die Tierhilfe abgegeben worden. Im November folgten eine Spende in gleicher Höhe für einen Tierschutzverein und eine 6000-Euro-Spende für die Tierhilfe. "Alle Spenden wurden in bar übergeben", sagte Giesecke. Im April gab ein Spender 5000 Euro für einen Obdachlosentreff ab, im Juni waren es noch einmal 5000 Euro für die Trostinsel, eine Anlaufstelle für trauernde Kinder und Jugendliche.

"Betrag ist nicht zweckgebunden"

In einem Begleitschreiben zur aktuellen Spende versichert der Wohltäter, dass die Spenden aus versteuertem Einkommen stammen. "Der Betrag ist nicht zweckgebunden und kann, falls sich das Vorhaben nicht verwirklichen lässt, auch anderweitig verwendet werden", zitierte ihn die Zeitung.

"Die neueste Spende wurde am Donnerstagvormittag dem Verein Hospizarbeit Region Wolfsburg überreicht", sagte Giesecke. "Der Vorstand, die Mitarbeiter und die Ehrenamtlichen des Hospizes haben sich sehr gefreut", berichtete sie nach der Übergabe.

"Wir sind total platt", sagte der Geschäftsführer des Hospizvereins, Lucas Weiß. "100 000 Euro in bar - das gab es noch nie", freute er sich. "Wir empfinden das auch als große Wertschätzung unserer Arbeit", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Auch der Verein wisse nicht, um wen es sich bei dem Wohltäter handele. "Wir sind dem Spender unendlich dankbar und möchten uns alle auf diesem Wege bei ihm bedanken." Die Gaben erinnern an eine Serie von Spenden, die als sogenanntes Wunder von Braunschweig auch international für Schlagzeilen sorgten. Dabei hatte ein unbekannter Wohltäter von 2011 an einige Jahre Umschläge mit 500-Euro-Scheinen für soziale Zwecke verteilt. Meist lag ein Zeitungsartikel bei, der auf den Verwendungszweck hinwies.


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