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08.08.2018, 17:29 Uhr KOMMENTAR

Niedersächsische Pflegekammer: Gremium auf Bewährung

Kommentar von Stefanie Witte

Die Pflegekammer beginnt mit ihrer eigentlichen Arbeit. Foto: dpaDie Pflegekammer beginnt mit ihrer eigentlichen Arbeit. Foto: dpa

Osnabrück. Die niedersächsische Pflegekammer hatte es schon vor ihrer ersten Sitzung, also bevor sie überhaupt richtig existierte, nicht leicht. „Bürokratiemonster“, „Zwangsbeiträge“, „zusätzliche Pflichten“ – die Kritiker ließen an der Kammer kein gutes Haar. Nun startet das Gremium mit inhaltlicher Arbeit. Ein Kommentar.

Die Registrierung der Mitglieder läuft – trotz Pflichtmitgliedschaft – schleppend. Da wirkt es fast übermütig, wenn die Landesgesundheitsministerin beim zugehörigen Festakt erklärt, allein die Einrichtung der Kammer werde die Bedeutung der Pflege in Niedersachsen aufwerten.

Denn ob diese Kammer, die kein Gesetzesvorhaben stoppen und kein Gehalt anheben kann, wirklich eine hörbare Stimme entwickelt, wird sich erst in den nächsten Monaten und Jahren zeigen.

Gegen die Skepsis der Mitglieder wird sie nur mit spürbaren Ergebnissen ankommen. Die Chance, zu überzeugen, hat sie: Immerhin spricht der frisch gewählte Vorstand für alle Pflegekräfte in Niedersachsen. Was er als Problem definiert, wird die Politik nicht ignorieren können.

Eines sollte man jedoch nicht vergessen: Das Projekt steht unter Vorbehalt. Nach der Hälfte der Legislatur wird es von SPD und CDU evaluiert. Wenn die Kammer dann keine handfesten Ergebnisse vorweisen kann, wird die Kritik wieder wachsen.


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