Vorstand in erster Sitzung gewählt Niedersächsische Pflegekammer tagt zum ersten Mal

Von Gunars Reichenbachs

Neue Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen: Sandra Mehmecke. Foto: dpaNeue Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen: Sandra Mehmecke. Foto: dpa

Hannover. „Ich bin unheimlich stolz“, sagt Sandra Mehmecke und strahlt. Die 35-Jährige erhielt soeben die absolute Mehrheit bei der Wahl zur Pflegekammer-Präsidentin. Ein historischer Mittwoch im Congress-Centrum von Hannover: Mehmecke ist die erste Präsidentin überhaupt – nach acht quälend langen Jahren der Entscheidung, Gesetzgebung und schließlich der Wahl der ersten Kammer-Versammlung.

An ehrgeizigen Zielen mangelt es der Absolventin eines Studiums für Pflege- und Gesundheitsberufe keineswegs. „Ich will mich für eine starke Selbstverwaltung der Pflegeberufe einsetzen und der Pflege eine deutlich hörbare Stimme geben“, sagt Mehmecke.

Auch beim SPD-Gesundheitsexperten Uwe Schwarz schwingt Stolz mit, wenn er sagt: „Die Konstituierung der Pflegekammer kann ein wichtiger Mosaikstein sein, um die Situation der Pflegenden mittelfristig zu verbessern. Sie gibt den Pflegenden in Niedersachsen eine Stimme und eine hoffentlich starke Interessenvertretung.“ Der Landtagsabgeordnete Schwarz gehört zu den Initiatoren, die sich schließlich im Parlament durchsetzten.

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) spart ebenfalls nicht mit großen Erwartungen – im Gegensatz zum Koalitionspartner CDU. Die Pflegekammer werde helfen, den Pflegeberuf wieder attraktiver zu machen. Zugleich fordert Reimann die Tarifpartner auf, endlich einen „Tarifvertrag Soziales“ auf den Weg zu bringen, damit Pflegekräfte auch anständig entlohnt würden.

Während sich die Grünen-Politikerin Meta Janssen-Kucz freut, dass mit der Pflegekammer „nun auch die größte Berufsgruppe“ mit Krankenkassen, Kliniken und Ärzten „am Tisch sitzt“, setzt die FDP-Gesundheitspolitikerin Sylvia Bruns keinerlei Erwartungen in die neue Einrichtung. „Die Pflegekammer ist geprägt von Bürokratie und Zwangsmitgliedschaft“, klagt Bruns. Mit solchen „Zwangsstrukturen“ werde nichts besser.


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