Eltern unter Verdacht Gutachten: Säugling stirbt nach mehreren Schlägen gegen den Kopf

Von dpa

Im Fall des gewaltsamen Todes eines Kindes in Göttingen hat sich der Verdacht gegen die Eltern erhärtet. Foto: imago/Jochen TackIm Fall des gewaltsamen Todes eines Kindes in Göttingen hat sich der Verdacht gegen die Eltern erhärtet. Foto: imago/Jochen Tack

Göttingen . Im Fall des gewaltsamen Todes eines Jungen in Göttingen hat sich der Verdacht gegen die Eltern erhärtet.

Ein Gutachten habe ergeben, dass dem sechs Monate alten Säugling neunmal gegen den Kopf geschlagen worden sei, teilte die Staatsanwaltschaft Göttingen der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit. Einlassungen der Eltern, der Junge habe die Verletzungen möglicherweise bei einem Sturz erlitten, seien damit widerlegt. Das Kind war im Januar im Krankenhaus gestorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seither gegen die 22-jährige Mutter und den 30 Jahre alten Vater wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge.

Unschuldsvermutung 

Dass trotz der schweren Vorwürfe weder der Vater noch die Mutter in Untersuchungshaft sitzen, erklärte Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue mit einem Dilemma. Da die Unschuldsvermutung gelte, müsse man jeweils zugunsten eines Elternteils annehmen, dass das andere Elternteil die Taten begangen haben könnte. Daran habe auch das Gutachten nichts geändert.

Die Eheleute waren im Januar mit dem Kind im Krankenhaus erschienen und hatten angegeben, es leide nach einem Sturz unter Luftnot. Für die Ärzte war nach Angaben der Staatsanwaltschaft schnell klar, dass die Verletzungen, darunter diverse Knochenbrüche, nicht von einem Sturz herrühren konnten.

Eltern überfallen

Die Ermittlungsbehörden hatten von sich aus nicht über den Tod des Säuglings berichtet. Nachdem der Fall im Mai dennoch bekanntgeworden war, hatten Unbekannte das Elternpaar auf einer Straße in Göttingen überfallen und mit Schlägen und Tritten verletzt.


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