Polizei gibt Tipps für Schüler und Eltern Handy weg, aufmerksam sein: So wird der Schulweg sicherer

Kurz vor dem Start ins neue Schuljahr gibt die Polizeidirektion Osnabrück Tipps für einen sicheren Schulweg. Foto: Peter Steffen/dpaKurz vor dem Start ins neue Schuljahr gibt die Polizeidirektion Osnabrück Tipps für einen sicheren Schulweg. Foto: Peter Steffen/dpa

kan/pm Osnabrück. Kurz vor dem Start ins neue Schuljahr gibt die Polizeidirektion Osnabrück Tipps für einen sicheren Schulweg.

Schulweg gemeinsam erkunden

Vor dem ersten Schultag empfiehlt die Polizei, dass die Eltern mit ihrem Kind den Schulweg zusammen gehen, um das richtige Verhalten im Straßenverkehr zu erklären und auf Gefahrenbereiche hinzuweisen. „Wichtig ist, dass immer der sicherste Weg genutzt wird, auch wenn dieser vielleicht nicht der kürzeste ist“, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizei.

Mit gutem Beispiel voran

Beim Wechseln der Straßenseite sollten Kinder Überquerungshilfen wie Ampeln, Zebrastreifen oder Fußgängerüberwege nutzen. Auch hier gilt „Übung macht den Meister“ – je öfter der Schulweg gemeinsam gegangen wird, desto besser gewöhnt sich das Kind an das richtige Verkehrsverhalten.

Im Umkehrschluss nehmen Kinder aber auch falsche und gefährliche Verhaltensweisen an, daher sollten Erwachsene stets mit gutem Beispiel vorangehen und das eigene Verhalten überdenken. Ebenso dient das falsche Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer dazu, dem Kind zu erläutern, wie man es richtig macht.

Helle Kleidung

Auffällige, farbige und helle Kleidung dient dazu, dass Kinder von anderen Verkehrsteilnehmern besser und schneller gesehen werden. Reflektierende Elemente und Applikationen an Kleidung und Schulranzen erhöhen den Effekt laut Polizei zusätzlich. Zeitnot und Hektik – insbesondere in den ersten Schultagen – verleiten zu Unachtsamkeit und erhöhen das Unfallrisiko, daher sollten Eltern und Kinder rechtzeitig in den Tag starten und mehr Zeit einplanen.

Verhaltensregeln für den Schulbus

Auch wenn der Schulbus nicht genutzt wird, sollten Eltern auf diese Gefahren hinweisen:

  • Kinder sollten niemals vor oder hinter dem haltenden Bus die Straße überqueren, sondern warten, bis der Bus die Fahrt fortsetzt und die Sicht wieder frei ist.
  • Beim Aussteigen sollten sie auf vorbeifahrende Radfahrer sowie vorbeigehende Fußgänger achten.
  • Beim Einsteigen nicht drängeln und genug Abstand halten.
  • Auch wenn die Wartezeit auf den Bus manchmal lang werden kann, sollte die Zeit nicht mit Spielen verbracht werden, denn Kinder sollten immer den Verkehr im Blick behalten.

Das muss beim Autofahren beachtet werden

Bei der Fahrt mit dem Auto gilt es, auf die vorschriftsmäßige Sicherung aller Mitfahrer zu achten. Kinder bis zum vollendeten zwölften Lebensjahr und einer Körpergröße von unter 1,50 Meter brauchen einen geeigneten Kindersitz – ohne die richtige Sicherung besitzen Kinder im Auto ein siebenmal höheres Risiko, durch einen Unfall schwer verletzt oder gar getötet zu werden. (Weiterlesen: Polizei will gegen rücksichtslose „Elterntaxis“ vorgehen)

Fehlende oder mangelhafte Sicherung kann mit bis zu 60 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet werden. Sind mehrere Kinder betroffen, kann es mit 70 Euro und einem Punkt in Flensburg geahndet werden.

Ein- und Aussteigen sollte das Kind nur auf der vom Verkehr abgewandten Seite. Jeder Verkehrsteilnehmer sollte in den kommenden Wochen rund um den Schulbeginn besonders aufmerksam sein. Selbst als Fußgänger oder Radfahrer kann man Kindern ein gutes Beispiel sein. Denn das Sichtfeld eines Kindes ist um ein Drittel kleiner als das von Erwachsenen. (Weiterlesen: Warum Kinder zu Fuß in die Schule gehen sollten)

Ablenkung vermeiden – Handy weg auf dem Schulweg

Die Erreichbarkeit ihrer Kinder ist für Eltern wichtig und auch die Kinder schauen oft und gerne auf ihr Smartphone, dennoch hat das Handy auf dem Schulweg nichts in der Hand verloren und sollte im Schulranzen bleiben, damit sich die jungen Verkehrsteilnehmer auf den Schulweg und das Verkehrsgeschehen konzentrieren können. Für Erwachsene heißt es hier ebenso: Vorbild sein, Finger weg vom Handy!

Anzahl der Schulwegunfälle gestiegen

Kam es 2012 noch zu 171 Schulwegunfällen in der Polizeidirektion Osnabrück, so sank die Anzahl bis 2015 auf 124. 2016 stieg die Anzahl auf 133 und 2017 kam es zu 138 Unfällen dieser Art. Dabei wurden 19 Personen schwer und 115 leicht verletzt.

Durch verschiedene Aktionen wie dem „Fußgängerpass“ in Kindertagesstätten und Schulen, der Aktion „Kleine Füße auf dem Schulweg“ oder dem Einsatz von ehrenamtlichen Schulweglotsen weisen die Polizei und verschiedene Partner auf die Gefahren im Straßenverkehr jedes Jahr hin.


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