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Bruttoverdienst im Vergleich So viel verdienen die Menschen in Niedersachsen und Bremen

Von dpa

Im Ländervergleich Spitze sind die Durchschnittsverdienste in Hamburg mit 3619 Euro. Foto: dpaIm Ländervergleich Spitze sind die Durchschnittsverdienste in Hamburg mit 3619 Euro. Foto: dpa

Hannover. Gut 1900 Euro Unterschied sind es zwischen einem mittleren Bruttolohn in Wittmund und Wolfsburg. Niedersachsen liegt in der Statistik bundesweit zwar im Mittelfeld, aber die Unterschiede sind regional groß.

Arbeitnehmer in Niedersachsen liegen mit ihrem Bruttoverdienst für Vollzeitjobs im Mittelfeld der 16 Bundesländer. Mit 3087 Euro Entgelt im Monat kommen sie auf den zehten Platz. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit vom Dezember 2017 hervor, die den Mittelwert (Median) monatlicher Bruttoarbeitsentgelte von Vollzeitbeschäftigten vergleicht. Bremen liegt mit 3397 Euro brutto pro Monat dagegen auf den vorderen Rängen. Nur in drei Ländern haben Arbeitnehmer einen noch höheren Bruttoverdienst.

Im Ländervergleich Spitze sind die mittleren Verdienste in Hamburg mit 3619 Euro, wie die Statistik der Arbeitsagentur weiter ergab. Es folgen Baden-Württemberg mit 3546 Euro und Hessen mit 3494 Euro. Schlusslicht der Länder ist Mecklenburg-Vorpommern mit 2391 Euro, knapp davor liegen Thüringen (2459 Euro) und Sachsen (2479 Euro).

Bei den Unterschieden der mittleren Gehälter zwischen Niedersachsen und Bremen spielen nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Niedersachsen mehrere Faktoren eine Rolle: So falle in Niedersachsen jeder vierte Beschäftigte in den Niedriglohnsektor, in Bremen jeder fünfte. Insgesamt beziehen demnach 23 Prozent aller niedersächsischen Beschäftigten Niedriglöhne. Das sei deutlich mehr als der westdeutsche Durchschnitt von 19,3 Prozent, hieß es vom DGB.

Auch der Anteil von atypischer Beschäftigung wie Teilzeit, Leiharbeit oder Minijob liege in Niedersachsen mit 42,1 Prozent etwas höher als in Bremen mit 40,9 Prozent. Dem DGB zufolge ist zudem die Beamtenbesoldung in Bremen höher als in Niedersachsen. Ein Beispiel: Ein Hauptbrandmeister oder eine Kriminalkommissarin verdiene in der Endstufe der Besoldungsgruppe A9 in Niedersachsen im Jahr knapp 640 Euro weniger als in Bremen.

Innerhalb Niedersachsens zeigen sich große Unterschiede: Mit Abstand am höchsten sind die Bruttolöhne mit 4622 Euro in Wolfsburg, wie aus einer Auswertung neuer Daten der Bundesagentur für Arbeit durch die Linke-Bundestagsfraktion hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im oberen Bereich liegt zudem Braunschweig mit 3438 Euro. Auch Bremen-Stadt hat mit 3445 Euro pro Monat recht hohe Bruttolöhne.

Am unteren Ende rangieren demnach Helmstedt und Oldenburg mit jeweils 2720 Euro pro Monat und Lüchow-Dannenberg mit 2700 Euro pro Monat. Das Schlusslicht ist Wittmund mit nur 2685 Euro pro Monat.

Im Mittelfeld liegen mit einem Mittelwert zwischen 3100 und 3200 Euro Verdienst pro Monat zum Beispiel Göttingen (3128 Euro), Holzminden (3132 Euro), Gifhorn (3136 Euro), Hameln-Pyrmont (3142 Euro) sowie Oldenburg-Stadt (3152 Euro), Wilhelmshaven (3169 Euro) und Bremerhaven (3196 Euro).

Unterschiede innerhalb Niedersachsens lassen sich dem DGB zufolge unter anderem aus den unterschiedlich stark ausgeprägten Wirtschaftsstrukturen der Landkreise erklären. Der größere industrielle Sektor in der Stadt Wolfsburg etwa führe zum Beispiel zu einer hohen Bindung an gute tarifliche Löhne.

Der bundesweite Schnitt der mittleren Entgelte lag zum Stichtag 31. Dezember 2017 bei 3209 Euro und damit etwas höher als ein Jahr zuvor mit 3133 Euro. Dabei verdienten Vollzeitbeschäftigte im Westen mit nun 3339 Euro im Schnitt weiter spürbar besser als im Osten mit 2600 Euro.


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