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Fast 4000 Funklöcher identifiziert Schleppender Ausbau: Niedersachsen hat massive Lücken im Mobilfunknetz

Von Yannick Richter

Kein Netz: Bei einer Untersuchung hat das Niedersächsische Wirtschaftsministerium fast 4000 Funklöcher identifiziert. Foto: dpaKein Netz: Bei einer Untersuchung hat das Niedersächsische Wirtschaftsministerium fast 4000 Funklöcher identifiziert. Foto: dpa

Osnabrück. Das Land Niedersachsen hängt beim Mobilfunkausbau hinterher. Nach einer Untersuchung hat das Niedersächsische Wirtschaftsministerium fast 4000 Funklöcher identifiziert. Vor allem in den Landkreisen Emsland und Osnabrück hatten viele Bürger zuvor Störungen des Mobilfunks gemeldet.

In Niedersachsen gibt es offenbar reichlich Lücken im Mobilfunknetz. Das Niedersächsische Wirtschaftsministerium hat nach einer ausführlichen Untersuchung fast 4000 Funklöcher identifiziert. Zuvor hatte das Ministerium einen Aufruf gestartet, bei dem Bürger auf konkrete Lücken im Mobilfunknetz hinweisen konnten. Insgesamt beteiligten sich mehr als 9000 Niedersachsen bei der Aktion. Nach einer Auswertung hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) die Probleme im Mobilfunknetz bestätigt.


Die Übersichtskarte verdeutlicht es: Offenbar gibt es in ganz Niedersachsen Probleme bei der Mobilfunkinfrastruktur. Grafik: Breitband Kompetenz Zentrum Niedersachsen

Wirtschaftsminister Althusmann räumt Fehler ein

Gegenüber NDR 1 Niedersachsen sagte Althusmann: "Wir haben in Sachen Mobilfunkausbau versagt." Das gelte sowohl für den Bund als auch für das Land. Es habe in den vergangenen Jahren so gut wie keine Kontrollen der Mobilfunk-Firmen gegeben, so Althusmann. 

3800 lokalisierbare Meldungen über Funklöcher

Wie Julia Wolfsson, Pressesprecherin des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums, auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilte, habe es insgesamt "etwa 3800 genau lokalisierbare Meldungen über subjektive Funklöcher gegeben". Diese Zahlen seien mit Vorsicht zu genießen, weil sie das subjektive Empfinden der Bürger widerspiegeln. Dennoch stellt Wolfsson fest: "Es gibt offenbar in ganz Niedersachsen Probleme bei der Mobilfunkinfrastruktur, verteilt über alle Anbieter."


Im Vergleich zu anderen Regionen wurden in den Landkreisen Emsland und Osnabrück besonders viele Funklöcher gemeldet. Grafik: Breitband Kompetenz Zentrum Niedersachsen

Viele Störungen im Emsland und Osnabrück

Mithilfe des Breitband Kompetenz Zentrums Niedersachsen hat das Ministerium auch analysiert, aus welchen Regionen die Bürger Störungen gemeldet haben. Die Grafik zeigt: In den Landkreisen Emsland und Osnabrück meldeten die Niedersachsen besonders viele Funklöcher.

Funklöcher sollen bis 2021 verschwinden

Weil das Mobilfunknetz vor allem in den ländlichen Regionen noch ausbaufähig ist, will Althusmann die Anbieter Telekom, Vodafone und Telefonica nun dazu verpflichten, dort für besseren Empfang zu sorgen. Bis 2021 sollen laut dem CDU-Politiker alle Funklöcher in Niedersachsen verschwunden sein: "Unser Ziel für die kommenden Jahre ist eine flächendeckende Versorgung mit 4G."


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