Badeverbote auch an anderen Gewässern Wegen Blaualgen: Badeverbot am Dümmer

Von dpa

Wegen des verstärkten Auftretens giftiger Blaualgen werden immer mehr Badegewässer in Niedersachsen gesperrt. Foto: NWM-TVWegen des verstärkten Auftretens giftiger Blaualgen werden immer mehr Badegewässer in Niedersachsen gesperrt. Foto: NWM-TV

Hannover. Wegen des verstärkten Auftretens giftiger Blaualgen werden immer mehr Badegewässer in Niedersachsen gesperrt.

Bisher wurden nach Angaben des Landesgesundheitsamts (LGA) Badeverbote für zehn Gewässer beziehungsweise Badestellen ausgesprochen – zuletzt am Dümmer (Kreis Diepholz) und für den Seeburger See im Landkreis Göttingen. Für gut 20 weitere Gewässer beziehungsweise Badestellen gelten Warnungen.

„Blaualgen sind giftig und können gesundheitliche Beschwerden wie Erbrechen, Durchfall, Atemnot oder Quaddeln hervorrufen“, sagte der Leiter des Göttinger Gesundheitsamtes, Eckart Mayr. Er riet dazu, jeden Kontakt mit Blaualgen zu meiden. Dies gelte besonders für Kinder. Hunde und andere warmblütige Tiere seien ebenfalls gefährdet.

Weitere Badegewässer gesperrt

Aktuelle Badeverbote gibt es nach Angaben des LAG außer am Dümmer und am Seeburger See auch im Pulvermühlenteich südlich von Hamburg, im Weichelsee (Rotenburg-Wümme), im Badesee Krummendeich bei Stade sowie im Ricklinger Siebenmeterteich (Region Hannover). Untersagt ist das Baden zudem im Helenensee (Landkreis Oldenburg), in der Thülsfelder Talsperre (Kreis Cloppenburg) und im Laacher See (Kreis Lüchow-Dannenberg). Insgesamt seien damit zehn Prozent der von den Behörden regelmäßig untersuchten Badegewässer gesperrt, sagte die Mikrobiologin Katharina Kohls vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (LGA) in Aurich. (Weiterlesen: Was tun gegen Blaualgen am Dümmer See?)

Auf Verfärbung des Wassers achten

In Gewässern, für die Warnungen ausgesprochen seien, sollten Badegäste auf eine Verfärbung des Wassers achten, riet Kohls. „Wer in knietiefem Wasser seine Füße nicht mehr sehen kann, sollte dort nicht baden.“ Besonders Kleinkinder, die in flachen Uferzonen spielen, sollten dort kein Wasser schlucken. Tödliche Vergiftungen seien bei Tieren bekannt, die Seen gezielt als Tränke nutzten. Vergangenen Sommer waren mehrere Hunde und Wildtiere in der Umgebung des Tegeler Sees in Berlin durch Blaualgen-Gifte gestorben.

Regelmäßige Proben

Blaualgen sind eigentlich Cyanobakterien, die giftige Stoffe bilden können. Das passiert bei längeren Hitzeperioden, aber auch bei anderen Wetterlagen. So kann der Nährstoffgehalt durch landwirtschaftliche Einleitungen steigen, bei Starkregen können ungeklärte Abwässer durch Überschwemmung von Kläranlagen einfließen. Anzeichen sind eine grünliche oder bläulich-grünliche Wasserfarbe, Schlierenbildung bis hin zu Algenteppichen mit wolkenartiger Verteilung im Wasser.

Gesundheitsämter nehmen von Mitte Mai bis Mitte September in Badegewässern regelmäßig Proben, um den hygienischen Zustand zu überwachen. Die Ergebnisse werden im Badegewässer-Atlas des Landesgesundheitsamtes veröffentlicht.


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