Aus Tierpark Ströhen ausgebüxt Suche nach entsprungenem Känguru im Landkreis Diepholz

Von Markus Pöhlking

Ein Kenettkänguru, auch Rotnackenwallaby genannt. Dieses Exemplar wurde in einem Zoo in Tschechien fotographiert. Foto: Dalibor Glück/dpaEin Kenettkänguru, auch Rotnackenwallaby genannt. Dieses Exemplar wurde in einem Zoo in Tschechien fotographiert. Foto: Dalibor Glück/dpa

Wagenfeld. Ein Känguru aus dem Tierpark Ströhen in Wagenfeld ist vor drei Tagen aus seinem Gehege ausgebüxt. Seitdem fehlt von ihm jede Spur.

Durch einen heftigen Gewittersturm am Samstagabend waren mehrere Äste von Bäumen abgebrochen und beschädigten die Begrenzung des Kängurugeheges. Ein Tierpfleger stellte am Sonntagmorgen fest, dass zwei dort lebende Benettkängurus, auch bekannt als Rotnackenwallaby, entwichen waren. Eines der Tiere konnten Mitarbeiter des Tierparks nach kurzer Zeit wieder einfangen, vom zweiten, dem Känguru Eddy, fehlt seitdem fast jede Spur. Eine Autofahrerin habe es am Mittwochmorgen gegen 5 Uhr nahe des Tierparks gesehen, teilt der Tierpark mit, allerdings habe sich seine Spur dann in einem Maisfeld verloren. (Weiterlesen: Darf ich ein Känguru halten?)


Das entsprungene Känguru: Eddy in seinem Gehege im Tierpark Ströhen, wo er am Wochenende ausgebüxt ist. Foto: Tierpark Ströhen


75 Zentimeter groß

Mit einer Pressemitteilung wandte sich der Tierpark am Mittwoch an die Öffentlichkeit, um über das entlaufene Tier zu informieren. Demnach sei das eigentlich in Italien beheimatete Tier rund 75 Zentimeter groß, sein Fell sei graubraun und im Nacken- und Schulterbereich rötlich. (Weiterlesen: Känguru flieht vor Polizei in Swimmingpool)

Scheues Tier

Tierparkleiter Nils Ismer teilte auf Anfrage mit, dass das entlaufene Känguru in der Wildnis zumindest bis zum Winter gute Überlebenschancen habe. In der ländlichen Umgebung rund um das Areal gebe es ausreichend Gräser und Kräuter, von denen sich das Tier vorwiegend ernähre. Natürliche Feinde müsse es praktisch nicht fürchten. "Wir denken, dass es sich derzeit vielleicht in einem Maisfeld oder im Wald versteckt hält," erklärt Ismer. Das Tier sei sehr scheu, das Leben in der ungewohnten Wildnis dürfte zudem ein großer Stressfaktor sein. (Weiterlesen: Australischer Biologe empfiehlt, Kängurus zu essen)

Bei Sichtung Tierpark informieren

Ismer bittet darum, bei einer Sichtung des Kängurus in freier Wildbahn umgehend den Tierpark zu informieren und Annäherungsversuche zu unterlassen. "Das Tier würde nur die Flucht antreten und seinen Standort wahrscheinlich verändern." Es sei vorstellbar, dass das Tier in einem Stall unterschlupf suchen könnte. "Gebäude ist es schließlich aus dem Tierpark gewohnt und dürfte daher wenig Berührungsängste haben." Im Falle einer Sichtung bittet Ismer, das Tier einzusperren und Mitarbeiter des Tierparks zu kontaktieren. Die einzige Möglichkeit, des Kängurus in freier Wildbahn habhaft zu werden, dürfte indes wohl per Betäubungsgewehr sein. 



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