Appletree Garden Festival und Reggae Jam 2018 Wie die Festival-Veranstalter gegen Waldbrände, Hitze und Wassermangel kämpfen

Von Yannick Richter

Damit die Festival-Besucher auf dem Reggae Jam in Bersenbrück genauso feiern können wie in den Vorjahren, haben die Veranstalter angesichts der anhaltenden Hitze besondere Vorkehrungen getroffen. Archivfoto: Rolf KamperDamit die Festival-Besucher auf dem Reggae Jam in Bersenbrück genauso feiern können wie in den Vorjahren, haben die Veranstalter angesichts der anhaltenden Hitze besondere Vorkehrungen getroffen. Archivfoto: Rolf Kamper

Bersenbrück/Diepholz. Aufgrund der anhaltenden Hitze ist am Wochenende beim Reggae Jam in Bersenbrück und beim Appletree Garden Festival in Diepholz besondere Vorsicht geboten. Hier fassen wir zusammen, was auf den Festivals erlaubt und verboten ist und wie sich die Veranstalter vor Waldbränden, Hitze und Wassermangel schützen wollen.

Laut Wetterprognosen bleibt es in den kommenden Tagen weiter heiß in der Region. Den tausenden Musikfans beim Reggae Jam in Bersenbrück und Appletree Garden Festival in Diepholz dürften die hohen Temperaturen egal sein. Sie wollen am ersten Augustwochenende feiern. Damit dies trotz anhaltender Hitze problemlos klappt, haben die Festival-Veranstalter Maßnahmen getroffen. In dieser Übersicht stellen wir dar, was erlaubt und verboten ist und wie die Organisatoren Gefahren wie Waldbrand, Hitze und Wassermangel entgegentreten.

Wie hoch ist die Waldbrandgefahr?

Aufgrund der hohen Temperaturen und fehlenden Niederschläge der letzten Wochen weisen die Niedersächsischen Landesforsten (NLF) auf eine hohe Waldbrandgefahr hin. In weiten Teilen Niedersachsens herrscht laut NLF aktuell Waldbrandgefahrenstufe 4 (von Stufe 1 = gering, bis Stufe 5 = sehr hoch). Mit Blick auf die Wetterprognose sei eine Entwarnung in den kommenden Tagen nicht in Sicht. 

In weiten Teilen Niedersachsens herrscht aktuell die Waldbrandgefahrenstufe 4 (von Stufe 1 = gering, bis Stufe 5 = sehr hoch). Symbolfoto: dpa/Wolf

Darf gegrillt werden?

Nach Angaben des Niedersächsischen Umweltministeriums gibt es im gesamten Bundesland derzeit kein allgemeines Grillverbot. Wie Pressesprecherin Justina Lethen unserer Redaktion mitteilte, seien Kommunen und Landkreise selbst zuständig, Verbote auszusprechen. 

Wegen der hohen Waldbrandgefahr haben sich die Veranstalter des Reggae Jams dazu entschieden, Grillen und offenes Feuer komplett zu verbieten. Auf ihrer Homepage teilen sie mit: "Wer plante, am Wochenende auf dem Reggae Jam zu grillen, hat leider Pech gehabt." Außerdem herrscht auf Teilen des Geländes ein Rauchverbot.

(Weiterlesen: Diese Acts treten beim Reggae Jam 2018 auf)

Beim Appletree Garden Festival verhält es sich etwas anders. Auf der Facebook-Seite geben die Veranstalter folgende Hinweise bekannt: "Offenes Feuer ist strengstens verboten." Die grundsätzliche Verwendung von Grill und Gaskochern sei nicht untersagt, sollte aber vermieden werden. Weiter heißt es: "Bitte achtet in jedem Fall darauf, keine glühenden Zigaretten fallen zu lassen, Glasflaschen aus der Sonne zu räumen sowie jegliches weiteres Risiko unbedingt zu vermeiden." 

Mit kostenlos nutzbaren Trinkwasserstellen wollen die Festival-Veranstalter eine ausreichende Trinkwasserversorgung gewährleisten. Symbolfoto: dpa/Hanschke

Gibt es kostenloses Trinkwasser?

"Auf dem Zeltplatz findet ihr zwei Trinkwasserstellen, eine weitere gibt es auf dem Festivalgelände", teilen die Veranstalter des Appletree Garden Festivals via Facebook mit. Auch Bernd Lagemann, Hauptorganisator des Reggae Jams, verspricht eine ausreichende Trinkwasserversorgung. "Es wird mehrere Stellen geben, an denen die Besucher kostenlos Trinkwasser bekommen können." 

Chillen ja, grillen nein – so lautet die Devise beim diesjährigen Reggae Jam. Archivfoto: André Havergo


Wie bereiten sich die Feuerwehren vor?

Um die Sicherheit der Besucher des Appletree Garden Festivals zu gewährleisten, hat die Freiwillige Feuerwehr Diepholz ihr Sicherheitskonzept angesichts der Hitze angepasst. "Wir teilen unser Team auf", sagt Ortsbrandmeister Björn Höffken: "Dadurch sind wir vor Ort mobiler." Im Vergleich zu den Vorjahren sei das Schlauchmanagement-System verbessert worden, so Höffken. Zudem stellt Höffken sein privates Quad zur Verfügung – bestückt mit Wassertank und Hochdruckbürste.

Beim Reggae Jam nutzt die Freiwillige Feuerwehr Bersenbrück eine Sondergenehmigung des Landkreises Osnabrück. Zwei jeweils 5000 Liter fassende Container werden mit Wasser aus der Hase befüllt. Über die kostenlose Katastrophen-Warn-App KATWARN informieren die Einsatzkräfte außerdem über Gefahren auf dem Camping- und Festivalgelände.

Abkühlung gefällig? Ein Sprung in die Hase schafft Abhilfe. Archivfoto: Rolf Kamper

Wo können sich die Besucher abkühlen?

Wer die Hitze beim Bersenbrücker Reggae Jam nicht mehr aushält, kann sich bei einem Sprung in die Hase abkühlen. Ebenso können sich die Musikliebhaber in Diepholz erfrischen. Unweit vom Festivalgelände befindet sich das Freibad Müntepark.


Weitere Information zu den Festivals

Reggae Jam in Bersenbrück: Das Reggae Jam ist eines der bekanntesten deutschen Reggae-Festivals. Jährlich feiern dort am ersten Augustwochenende etwa 20.000 Musikfans. In diesem Jahr findet es vom 3. bis 5. August statt.


Appletree Garden Festival in Diepholz: Beim Appletree Garden treten hauptsächlich Rock-, Electro- und Indie-Pop Bands auf. Die Besucherzahl ist auf 5.500 begrenzt. In diesem Jahr findet es vom 2. bis 4. August statt.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN