In Niedersachsen Hochsommer-Wetter lässt Zahl der tödlichen Badeunfälle steigen

Von dpa

Meine Nachrichten

Um das Thema Niedersachsen Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Bei den heißen Temperaturen tut Abkühlung not. Die findet man im Meer, in Seen und Flüssen. Allerdings ist das Baden nicht gefahrlos, wie die steigende Zahl von Badetoten der vergangenen Tage zeigt. Foto: Marcel Kusch/dpaBei den heißen Temperaturen tut Abkühlung not. Die findet man im Meer, in Seen und Flüssen. Allerdings ist das Baden nicht gefahrlos, wie die steigende Zahl von Badetoten der vergangenen Tage zeigt. Foto: Marcel Kusch/dpa

Hannover. Bei den heißen Temperaturen tut Abkühlung not. Die findet man im Meer, in Seen und Flüssen. Allerdings ist das Baden nicht gefahrlos, wie die steigende Zahl von Badetoten der vergangenen Tage zeigt.

Die Zahl der Badetoten in Niedersachsen ist in dieser Woche drastisch angestiegen. Allein seit Dienstag starben fünf Männer in offenen Gewässern. Bei drei Fällen waren die Opfer zwischen 19 und 22 Jahren alt. Im Gesamtjahr 2017 lag die Zahl der Badetoten in Niedersachsen bei 55. In diesem Jahr sind es laut NDR schon mehr als 30. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft in Niedersachsen sieht die Entwicklung stark wetterabhängig. „Wenn es heiß ist, gehen die Leute natürlich mehr ins Wasser“, sagte Nico Reiners vom DLRG-Landesverband Niedersachsen.

Höhere Risikobereitschaft bei Männern?

Erfahrungsgemäß seien in 80 Prozent der tödlichen Badeunfälle Männer die Opfer, was möglicherweise mit einer höheren Risikobereitschaft zusammenhängen könne. Zudem würden 90 Prozent der tödlichen Unfälle an unbewachten Binnengewässern registriert. In Bremen wurde laut DLRG in dieser Woche bislang kein Badetoter registriert, am vergangenen Donnerstag ertrank dort allerdings ein Fünfjähriger in einem Freibad. Insgesamt gab es bislang drei Badetote in Bremen. Zudem gab es in dem Bundesland in diesem Jahr schon sechs Lebensrettungen – drei mal so viele wie im gesamten vergangenen Jahr. (Weiterlesen: Ertrinken in der Badezeit: Viele Risiken - aber auch Mythen)

Unglücksfall in Hannover

Am Donnerstag bargen Taucher gegen 12Uhr den Leichnam eines vermissten 21-Jährigen aus dem Mittellandkanal. Wie die Polizei Hannover mitteilte, hatten die Einsatzkräfte den leblosen Körper des jungen Mannes bei einer erneuten Suche entdeckt. Die Beamten gehen von einem Unglücksfall aus. Der 21-Jährige war am Mittwoch an der Hindenburgschleuse baden gegangen. Zeugen beobachteten, wie er am späten Nachmittag etwa zehn Meter vom Ufer entfernt unterging und nicht mehr auftauchte.

In Haren (Kreis Emsland) starb am Mittwoch ein 54-jähriger Niederländer im Dankernsee, der mit zwei Kollegen baden war. Als die beiden Mitschwimmer den 54-Jährigen aus den Augen verloren und selbst nicht finden konnten, alarmierten sie die Polizei. Eine Suchaktion, bei der unter anderem zehn Taucher und eine Drohne im Einsatz waren, blieb erfolglos. Die Suche wurde am späten Abend abgebrochen und am Morgen fortgesetzt. Dabei entdeckten Hubschrauber-Piloten der Polizei den Körper des Mannes. (Weiterlesen: Tragisches Unglück im Dankernsee: 54-Jähriger stirbt)

Unglück beim Abkühlen

Ebenfalls am Mittwoch ertrank im Heye-Glas-See bei Husum (Kreis Nienburg) ein 32-jähriger Mann. Rettungstaucher und ein Polizeihubschrauber hatten mit einer Wärmebildkamera nach dem Schwimmer gesucht. Kurz vor Mitternacht konnten sie nur noch den leblosen Körper des Mannes bergen. Im Oldenstädter See bei Uelzen starb ein 19-Jähriger aus Lettland, der zu Besuch bei einer Gastfamilie war. Die Gastmutter hörte plötzlich Hilferufe und sah den 19-Jährigen untergehen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Sofort wurden die Rettungskräfte alarmiert. Gegen 23 Uhr wurde der leblose Körper des jungen Mannes geborgen.

Ein 22-jähriger Mann, der beim Abkühlen in einer Schleuse in Hannover im Stadtteil Limmer verunglückte, starb an den Folgen des Unfalls in einer Klinik. Nach ersten Ermittlungen hatte sich der Nichtschwimmer am Diensttagabend mit Bekannten in einer Schleuse der Leine aufgehalten, als er unter Wasser geriet. Passanten stiegen in den Kanal und halfen bei der Suche. Er konnte zwar noch aus dem Wasser gezogen werden und war ansprechbar. Er verstarb aber später im Krankenhaus.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN