Sturm und Starkregen im Nordwesten Unwetter: Zeltlager überflutet, ICE gestrandet, Bäume entwurzelt

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Der Starkregen überspülte in Badbergen ein Zeltlager. Die Feuerwehr pumpte die Wassermassen ab. Foto: Feuerwehr BadbergenDer Starkregen überspülte in Badbergen ein Zeltlager. Die Feuerwehr pumpte die Wassermassen ab. Foto: Feuerwehr Badbergen

Osnabrück. Kurz aber heftig: Im Nordwesten haben sich am Mittwochabend punktuell schwere Unwetter entladen. Sturm und Starkregen fegten über Orte hinweg. Im nördlichen Osnabrücker Landkreis liefen Straßen und Keller voll. Die Feuerwehr musste ein Zeltlager retten. In Bad Bentheim entwurzelten Böen Bäume, in Verden strandete ein ICE.

Das schwere Unwetter traf am Mittwochabend Teile des westlichen Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens. Während in einigen Ortschaften heftige Regenfälle niedergingen und Sturmböen wüteten, blieb es in anderen Gemeinden komplett trocken. 

Die Feuerwehr im Landkreis Osnabrück sei vor allem in nördlichen Gefilden im Einsatz gewesen, sagte der Sprecher der Kreisfeuerwehr, Volker Köster. In Ankum sorgte die Gewitterfront für überflutete Straßen und ließ Bäume umstürzen. 23 Liter Regen pro Quadratmeter fielen innerhalb von 30 Minuten. Der trockene Boden und die Kanalisation konnten die Wassermengen nicht schnell genug aufnehmen. Die Hauptstraße im Ankumer Unterdorf war zeitweise nicht befahrbar.

In Ankum konnten die Regenmassen nicht ablaufen. Gullydeckel wurden hochgedrückt. Foto: Thomas Oeverhaus

Zeltlager unter Wasser

In Badbergen half die Freiwillige Feuerwehr, einen überschwemmten Zeltplatz abzupumpen. Auch dort hatten heftige Regenfälle den Boden überspült. Die rund 300 Teilnehmer des Zeltlagers kamen am Abend in der Schützenhalle unter. Die Nacht verbrachten sie nach Auskunft von Ortsbrandmeister Kai Samulski aber schon wieder in den getrockneten Zelten. "Für die Kinder war der Einsatz eine spannende Abwechslung."

Auch in der Grafschaft Bentheim hatte das Unwetter stärkere Auswirkungen. In Bad Bentheim verursachten Sturmböen Schäden. Mehrere Bäume kippten um, drei Autos wurden dabei beschädigt, auch eine Telefonleitung zogen die Böen in Mitleidenschaft. Der Starkregen traf den Ort mit voller Wucht. "Es sah so aus, als würde der Regen von allen Seiten kommen“, sagte Ortsbrandmeister Martin Nyenhuis.

Bei Schüttorf auf der Autobahn 31 hatte der Starkregen mehrere Unfälle zur Folge, wie die emsländische Polizei mitteilt. Fahrer verloren die Kontrolle über ihre Autos und schlitterten gegen andere Fahrzeuge oder die Leitplanke. Verletzt wurde bei den Unfällen niemand. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf insgesamt rund 40.000 Euro.

155 Einsatzstellen in Coesfeld

Auch in der Stadt Coesfeld im westlichen Münsterland richtete das Unwetter an vielen Stellen Sachschäden an. Mehrere Keller seien vollgelaufen und mehrere Bäume umgestürzt, hieß es bei der Feuerwehr. Ein Altenheim sei zeitweise ohne Strom gewesen. „Es stand erheblich Wasser auf den Straßen", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Von Verletzten war zunächst nichts bekannt. Etwa 155 Einsatzstellen verzeichnete die Feuerwehr. Schwerpunkt sei das Stadtzentrum von Coesfeld gewesen. 

In Coesfeld musste die Feuerwehr im Minutentakt zu neuen Einsätzen aufbrechen. Foto: dpa

Auch Passagiere der Deutschen Bahn wurden von dem Unwetter getroffen. Zwischen Verden und Rotenburg/Wümme stürzte am späten Mittwochnachmittag ein Baum auf die Oberleitung, dadurch wurde ein ICE gestoppt. Wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte, wurden rasch die Türen geöffnet, einige Fahrgäste stiegen aus. Alle seien sehr schnell mit Getränken versorgt worden. Von gesundheitlichen Beeinträchtigungen sei nichts bekannt. Nach zwei Stunden wurde der Zug mit einer Diesellok zurück nach Rotenburg gezogen. 


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