85 Proben in Niedersachsen untersucht Grillfleisch getestet: Salmonellen, fauliger und fäkaler Geruch

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Insgesamt beanstandete das Laves 13 der 85 untersuchten Proben. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpaInsgesamt beanstandete das Laves 13 der 85 untersuchten Proben. Symbolfoto: Sebastian Gollnow/dpa

Hannover. Sommerzeit ist Grillzeit, doch nicht alles, was auf dem Grill landet ist auch appetitlich: Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) untersuchte im laufenden Jahr bislang 85 Proben aus loser Abgabe von gewürztem, ungewürztem und mariniertem Fleisch. Nicht alle erhielten das Prädikat „unauffällig”. Ganz im Gegenteil.

Insgesamt beanstandete das Laves 13 der 85 untersuchten Proben.

Gewürztes und mariniertes Grillfleisch: Von den 52 Proben von gewürztem und mariniertem Fleisch waren 43 unauffällig, teilte des Laves am Mittwoch mit. In vier Proben fand das Oldenburger Labor Salmonellen – krank machende Keime. Diese seien aber keine Gefahr, wenn das Fleisch vollständig durchgebraten wird.

In einer Probe stellte das Laves sensorische Abweichungen und erhöhte Keimzahlen fest – das sei ein Hinweis auf nicht mehr ganz frisches Fleisch. Das Fleisch roch „dumpf-säuerlich”.

Produkte falsch gekennzeichnet

Bei vier Proben beanstandete das Laves die Bezeichnung als irreführend. Ein Steak sei per Definition ein Fleischstück vom Rind. die vier Proben mit der Kennzeichnung als Steak stammten allerdings vom Schwein. Die Hersteller hatten diese Information nicht angegeben.

Ungewürztes Grillfleisch: Von 33 ungewürzten Proben waren 29 unauffällig. Drei Proben wiesen sensorische Abweichungen auf, bei zwei der Proben verursacht durch mikrobiell bedingten Verderb. Die dritte Probe habe „Stall-/Geschlechtsgeruch” aufgewiesen. Die drei Proben rochen „faulig, fäkal beziehungsweise chemisch”, schreibt das Laves. Das Fleisch ist dem Laves zufolge nicht für den Verzehr geeignet gewesen.



Tipps des Laves für ungetrübten Grillspaß

  • Frisches Fleisch sollte möglichst kühl transportiert (Kühlakkus oder Kühltasche verwenden) und bis zum Grillen kühl aufbewahrt werden. An heißen Sommertagen herrschen ideale Temperaturen für die Keimvermehrung, es besteht Salmonellengefahr.
  • Abzuraten ist davon, das Fleisch auf dem Grill mit Marinade nachzupinseln oder mit Bier zu bespritzen (besonders beliebt wegen der Krustenbildung), denn wenn Fett oder Fleischsaft auf die Glut tropft und verdampft kann sich Benzo(a)pyren bilden. Diese krebserregenden polyzyklischen Kohlenwasserstoffe lagern sich mit dem Rauch auf der Fleischoberfläche ab. Besser man verwendet eine Aluschale unter dem Grillgut zum Auffangen von Öl oder Flüssigkeit. 
  • Auf den Grill gehört kein Pökelfleisch wie z.B. Kasseler, Kotelett, Leberkäse, geräucherter Speck. Nitritpökelsalz enthält Nitrit, welches unter großer Hitzeeinwirkung mit dem im Fleisch enthaltenen Eiweiß zu krebserregenden Nitrosaminen reagieren kann. 
  • Mageres oder nur leicht fett durchzogenes Fleisch bevorzugen, damit nicht zuviel Fett verbrennt. 
  • Fleisch vor dem Grillen gut abtupfen und immer erst nach dem Garen salzen, damit es nicht unnötig Eigensaft verliert. 
  • Rohes Grillgut nur mit Zange oder Gabel anfassen. Geräte und Arbeitsflächen, die mit dem rohen Fleisch in Kontakt kamen, säubern. 
  • Lebensmittel, die nicht mehr erhitzt werden (Salate, Soßen, Beilagen), sollten nicht mit dem ungegarten Grillgut in Kontakt kommen, da es zur Übertragung und anschließenden Vermehrung von Bakterien kommen kann. 
  • Fleisch, vor allem Schweinefleisch und Geflügel gut durchgaren, damit eventuell vorhandene Krankheitserreger abgetötet werden. 
  • Schneiden Sie angebrannte Fleischränder großzügig ab. 

Aber es muss ja nicht immer Bratwurst oder Fleisch sein!

  • Als abwechslungsreiche und fettarme Alternative eignen sich Fisch (z.B. Forelle, Lachs, Makrele), sommerliches Gemüse (z.B. Kartoffeln, Champignons, Tomate, Zucchini, Aubergine) oder Obst mit festem Fruchtfleisch (z.B. Äpfel, Birne, Ananas), zu leckeren Spießen kombiniert, immer wieder ein Genuss 
  • Noch ein heißer Tipp für „Exoten”: Banane in der Schale auf den Rost legen und so lange grillen, bis die Schale schwarz wird; ein aromatisch süßer Leckerbissen.
(Quelle: Laves)

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