Diskussion um Tierschutzkontrollen Geflügelhalter: Wir werden besonders häufig kontrolliert

Von Dirk Fisser

Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Geflügelwirtschaftsverbandes. Foto: dpaFriedrich-Otto Ripke, Präsident des Geflügelwirtschaftsverbandes. Foto: dpa

Osnabrück. Nach dem Landvolk Niedersachsen hat jetzt auch der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) Kritik an der Kontrolldichte der tierhaltenden Betriebe zurückgewiesen. ZDG-Präsident Friedrich-Otto Ripke wies in einer Mitteilung daraufhin, dass Amtstierärzte besonders häufig in Geflügelställen zugegen seien.

Jeder Mastdurchgang werde im Zuge der sogenannten Lebendtierbeschau von einem Amtsveterinär begutachtet, sagte Ripke. Bei sieben bis acht Masthähnchen-Durchgängen im Jahr bedeutete das auch entsprechend häufige Besuche von Behördenvertretern. Ripke: „Das ist in der Nutztierhaltung in Deutschland einmalig.“  (Weiterlesen: Ställe in Niedersachsen werden nur alle 20 Jahre überprüft)

Verband verweist auf Lebendtierbeschau

Bei der Lebendtierbeschau genehmigt ein Amtstierarzt unter anderem die Schlachtung des Geflügels und bestätigt die Transportfähigkeit. Der Verbandspräsident kritisierte, dass Medienberichte den Eindruck erweckt hätten, es dauere zum Teil Jahrzehnte, bis Veterinäre in Betriebe schauten.

Zuvor hatten Antworten der Landesregierung in Niedersachsen und der Bundesregierung gezeigt, dass große Tierschutzkontrollen durch Amtsveterinäre nur selten stattfinden. Die Lebendtierbeschau fällt nicht darunter. Das Agrarministerium in Hannover hatte die Kontrollquote von etwa fünf Prozent der Betriebe im Jahr als zu gering kritisiert. Auch die FDP und die Grünen übten Kritik. Tierschutzkontrollen sind hierzulande Sache der Landkreise. 

Ripke verwies wie zuvor schon Niedersachsens Bauernpräsident Albert Schulte to Brinke auf die Eigenkontrollen der Wirtschaft. „Unsere starken Eigenkontrollen sichern das gute deutsche System der Geflügelhaltung“, sagte Ripke laut Mitteilung. ZDG-Vizepräsident und Hähnchenmäster Rainer Wendt betonte: „Ich habe jede Woche mindestens einen Kontrollbesuch im Stall.“

Die Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der FDP zu Tierschutz-Kontrollintervallen ist mittlerweile auf der Seite des Bundestages abrufbar (hier klicken)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN