Heimat-Serie Teile 14-19 - Videos und Fotos von Menschen aus der Region

Von Michael Clasen


Osnabrück. Jeder kennt das Gefühl. Alle reden davon: Philosophen, Soziologen, Politiker und nicht zuletzt Gehirnforscher. Manche streiten darüber. Doch was ist das eigentlich, Heimat? Eine einfache Antwort gibt es nicht. Daher haben wir Menschen in unserer Region gefragt.

Unsere Fotografen haben Leserinnen und Leser im Nordwesten Deutschlands besucht, um genau das herauszufinden. Was ist für sie Heimat? Die Herausforderung: Die Antwort musste sich auf einen Satz beschränken. Nahezu jeden Tag werden neue Protagonisten hinzukommen.

Maximilian Plép 

Maximilian Plép (16) fühlt sich in Lingen wohl und kann sich vorstellen, falls er mal weg ziehen muss, dass er wieder zurückkommt. Foto: Michael Gründel

Maximilian Plép (16) hat gerade den erweiterten Realschulabschluss an der Friedensschule in Lingen absolviert und will nun das Abitur machen. Er ist in Münster geboren, aber früh nach Lingen gezogen, wo er bei seiner Oma aufgewachsen ist. Hier im Jugendtreff "Alter Schlachthof" trifft er sich oft mit Freunden. In Lingen fühlt er sich wohl und er kann sich vorstellen, falls er mal wegziehen muss, dass er wieder zurückkommt. 

"Heimat ist für mich der Ort, wo ich herkomme und aufgewachsen bin."Maximilian Plép


Peter Niehoff

Peter Niehoff (53) ist geboren und aufgewachsen in Nordhorn in der Grafschaft Bentheim. In der Region wohnt er in einem kleinen Ort. Seit 2007 ist er mit seiner Familie fast jedes zweite Wochenende und natürlich in den Schulferien in seinem "Haus am See" auf dem Campingplatz "Campotel" in Bad Rothenfelde mit Blick auf den Schwimmteich. Der Kurort liegt im Süden des Landkreises von Osnabrück.

Heimatgefühl auf dem Campingstuhl: Peter Niehoff in Bad Rothenfelde. Foto: Jörn Martens


"Heimat ist der Ort, an dem ich mich an der frischen Luft wohlfühlen kann."Peter Niehoff


Tanja Fürst

Tanja Fürst (32 Jahre), selbst Mutter von einem Sohn und einer Tochter, ist Erzieherin und betreibt seit 2013 bei sich Zuhause die Kindertagespflege „Kunterbunt“ in Bohmte (Landkreis Osnabrück). Auf dem wunderschönen Waldgrundstück haben die Kinder viel Platz zum Toben, Klettern und Spielen. 

Die 32-Jährige betreibt seit 2013 bei sich Zuhause die Kindertagespflege „Kunterbunt“ in Bohmte . Foto: Gründel

Heimat ist dort, wo das Ich sich geborgen fühlt und die Chemie zwischen den Menschen stimmt.Tanja Fürst


Pascal Lorré

Pascal Lorré (40), Kellner vom Café am Markt im historischen Zentrum von Osnabrück, arbeitet seit 20 Jahren in der Branche. Er liebt es, seine internationalen Gäste in der Hasestadt zu bewirten.

Seit 20 Jahren ist Pascal Lorré Kellner im Café am Markt. Foto: David Ebener

„Heimat ist für mich ein Feierabendbierchen mit den Kollegen, um dann durch die Stadt nach Hause zu schlendern."Pascal Lorré


Familie Mohammedi

Vor drei Jahren flohen sie aus Afghanistan, jetzt fühlen sich Mutter Najie (29), Vater Khalil (36) und ihre Kinder Pouya (10), Martin (6 Monate) und Bita (5) in Hagen T.W wohl. Khalili Mohammedi hat bereits vier Berufspraktika absolviert und möchte Automechaniker werden. Pouya spielt im Verein Fußball. Er vermisst seine alte Heimat nicht: "In Afghanistan hätte ich schon mit 6 Jahren arbeiten gehen müssen". 

Die afghanische Flüchtlingsfamilie Mohammedi kam 2015 in Hagen an. Foto: Westdörp

Unsere Heimat ist da, wo unsere Seele glücklich ist und Menschen einander helfen, egal welchen Glauben oder welche Hautfarbe sie habenFamilie Mohammedi


Matthias Bromann


Matthias Bromann hat seine Eltern nie kennengelernt und wuchs bis zu seinem 8. Lebensjahr bei seinem Patenonkel auf. Dort erfuhr er körperliche Gewalt, die in einem langen Krankenhausaufenthalt gipfelte. Danach kam er ins Kinderheim in Eckernförde, wo er 10 Jahre blieb und eine Ausbildung zum Gärtner machte. Als junger Mann begab er sich dann auf Wanderschaft, quer durch Europa bis nach Griechenland. Arbeite hier und dort. Zurück in Deutschland - Anfang der 1990er - begann eine Reise durch verschiedene Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe. Seit November 2017 lebt er im stationären Bereich des Laurentiushaus. Doch das ist für Bromann nicht das, was er unter „Heimat“ versteht. 

Seit November 2017 lebt Matthias Bromann im stationären Bereich des Laurentiushaus. Foto: David Ebener

Heimat wäre für mich eine Komfortzone, ein Rückzugsort, die eigenen vier Wände, ein Ort, an dem ich bleiben kann, ein Zuhause.Matthias Bromann



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