Probleme für Versorgung auf dem Land Immer mehr Tierärzte behandeln Haus- statt Nutztiere

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Die Zahl der Nutztierärzte in Deutschland sinkt. Viele Veterinäre entscheiden sich für eine Spezialisierung auf Haustiere. Dieser Trend bereitet Landwirten Sorge. Symbolfoto: dpaDie Zahl der Nutztierärzte in Deutschland sinkt. Viele Veterinäre entscheiden sich für eine Spezialisierung auf Haustiere. Dieser Trend bereitet Landwirten Sorge. Symbolfoto: dpa

dpa hannover. In Niedersachsen gibt es immer weniger Tierärzte für Nutztiere. Stattdessen steigt die Zahl der Heimtierpraktiker.

Damit folgt das Land einem bundesweiten Trend. Der Grund: Seit rund 20 Jahren sind 80 bis 90 Prozent der Studierenden an den fünf deutschen tierärztlichen Hochschulen, unter anderem in Hannover, Frauen. Und Frauen kümmern sich gerne um Haustiere, wie Zahlen der Bundestierärztekammer zeigen. Zu dieser Vorliebe kommt, dass viele Frauen Teilzeit und in der Stadt arbeiten möchten, was in der Kleintiermedizin einfacher ist, sagt die Sprecherin Bundesverband Praktizierender Tierärzte, Astrid Behr.

2006 gab es in Niedersachsen noch 305 Nutztierpraktiker, im vergangen Jahr waren es noch 206 - ein Drittel weniger. Gleichzeitig gab es 2006 für Haustiere 555 Ärzte, und 2017 schon 694. Zusätzlich gibt es noch Ärzte, die Haus- und Nutztiere gleichermaßen behandeln. Zurzeit arbeiten noch etwa gleich viele Männer und Frauen als Veterinäre. Doch der Präsident der Tierärztlichen Hochschule Hannover, Gerhard Greif, schätzt, dass in den nächsten Jahren mehr als 80 Prozent Frauen den Job ausüben werden.

Das Landvolk Niedersachsen sieht noch kaum Probleme. Für Behr ist jedoch klar: „Wenn der Trend weitergeht, wird die landwirtschaftliche medizinische Versorgung zum Problem.“


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