Schostok: Will Theater beenden Hannovers OB Schostok kündigt Befreiungschlag an

Von Klaus Wieschemeyer

Stefan Schostok (SPD) regiert Niedersachsens größte Stadt. Ob er sich als Oberbürgermeister der Stadt Hannover auf Dauer halten kann, ist offen. Foto: dpaStefan Schostok (SPD) regiert Niedersachsens größte Stadt. Ob er sich als Oberbürgermeister der Stadt Hannover auf Dauer halten kann, ist offen. Foto: dpa

Hannover Kann sich Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok doch noch aus dem Sog der Rathausaffäre retten? Er selbst gibt sich zuversichtlich. Unterdessen beschäftigt sich die Landespolitik immer mehr mit dem Thema.

Der durch eine Rathausaffäre unter Druck geratene hannoversche Oberbürgermeister Stefan Schostok hat einen Befreiungsschlag angekündigt. „Das Theater will ich so schnell wie möglich beenden“, sagte Schostok am Donnerstagabend bei einer Ausschusssitzung in Hannover. Er hoffe, „die Verdachtsmomente in der nächsten Woche“ entkräften zu können. Bislang habe er geschwiegen, um die Ermittlungen gegen seinen Kulturdezernenten Harald Härke nicht zu gefährden.

Jahrelang illegale Zulagen kassiert

An einen Rücktritt denke er nicht, betonte Schostok. Vielmehr habe er noch viele Projekte in der Stadt vor. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue gegen Schostok. Er soll Kenntnis davon gehabt haben, dass sowohl sein Büroleiter als auch ein weiterer Spitzenbeamter im Rathaus jahrelang illegale Zulagen kassiert haben.

Weil zu Schostok: „Klär das“

Unterdessen erreicht die Affäre zunehmend auch die Landespolitik: Die niedersächsische Staatskanzlei bestätigte Berichte, nach denen CDU-Landtagsfraktionschef Dirk Toepffer vor Bekanntwerden der Affäre Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) einen Briefumschlag mit internen Dokumenten unbekannter Herkunft aus der Rathausaffäre übergeben hat. Weil soll diesen Schostok mit den Worten „Klär das“ weitergegeben haben. Sowohl Schostoks Amtsvorgänger Weil als auch Toepffer als Chef des CDU-Stadtverbands Hannover sind in der Stadt politisch gut vernetzt.

Kommunalaufsicht wartet auf Antworten

Derweil wartet die Kommunalaufsicht des Innenministeriums weiterhin auf Antworten aus Hannovers Rathaus zur Affäre. Zu einem angeforderten Bericht habe man viermal weitergehende Antworten angefordert, sagte eine Vertreterin der Kommunalaufsicht am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags. Die Kommunalaufsicht will klären, wie es zu den illegalen Zulagen kommen konnte. Das Innenministerium wies die Darstellung zurück, über die Gehaltserhöhung informiert worden zu sein oder sie gar abgesegnet zu haben.


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