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13.06.2018, 17:46 Uhr KOMMENTAR

Schostok wird zur Belastung für Hannover

Kommentar von Klaus Wieschemeyer

Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) will bleiben. Foto: dpaHannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) will bleiben. Foto: dpa

Der unter Untreue-Verdacht stehende hannoversche Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) will seine Amtsgeschäfte trotz der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft fortführen. Ein Fehler, findet unser Kommentator.

Straf- und disziplinarrechtlich gilt für Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok weiter die Unschuldsvermutung. So lange nicht geklärt ist, inwieweit der Chef der größten Stadt Niedersachsens in die Zulagenaffäre seines engsten Mitarbeiters eingeweiht und daran beteiligt war, wäre ein juristisches Urteil über den höchsten Beamten der Landeshauptstadt verfrüht.

Politisch hingegen lässt sich durchaus über Schostok urteilen. Seit bald fünf Jahren ist der Nachfolger von Stephan Weil im Amt. Und dass es in der Stadt zuletzt besonders rund läuft, kann man nicht behaupten.

Die Rathausaffäre mit ihren vielen Wendungen beschäftigt Verwaltung und Lokalpresse seit Monaten. Und sie ist nur die Spitze eines Berges ungelöster Probleme: Mit der neuen Feuerwache läuft ein großes Bauprojekt aus dem Ruder. In Sachen Stadtverkehr und Städtebau haben die jüngsten Projekte die Lage nur verschlimmbessert. Und Schostok? Ging zuletzt im Rat mit der Idee für einen neuen Konzertsaal unter. Eine Vision für Hannovers Zukunft lässt Schostok nicht erkennen. Er will auch angesichts der neuen Vorwürfe weiter machen wie bisher. Als ob es keine Ermittlungen gäbe, keine Vorwürfe, keine offenen Fragen. Dieser OB wird immer mehr zur Belastung für die Stadt.


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