Land setzt jetzt doch auf 2024 Planstart für neue Friesenbrücke über die Ems

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Die Reste der zerstörten Friesenbrücke sollen einem Neubau weichen..Foto: dpaDie Reste der zerstörten Friesenbrücke sollen einem Neubau weichen..Foto: dpa

Hannover. Ganz langsam tut sich was in Sachen Friesenbrücke: Die Planung rollen langsam an, die Kosten sind gestiegen, und das Land ist doch wieder zuversichtlich, das Zeitziel 2024 einhalten zu können.

Die Vorplanung zum Neubau der 2015 zerstörten Friesenbrücke bei Weener ist angelaufen. Ein Sprecher des Eisenbahnbundesamtes (EBA) bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass es am Freitag, dem 4. Mai, einen sogenannten Scoping-Termin gegeben hat. Dabei wird der Rahmen für eine Umweltverträglichkeitsprüfung abgesteckt. Ein Planfestellungsantrag liege dem EBA allerdings noch nicht vor, so der Sprecher. (Mehr dazu hier)

Zweifel an 2024 ein „Missverständnis“

Die 2015 bei einem Unfall zerstörte Eisenbahnbrücke über die Ems soll 2024 in Betrieb gehen, sagte der Staatssekretär von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann, Berend Lindner, am Freitag, 4. Mai, im Wirtschaftsausschuss des Landtages. Er relativierte damit Aussagen Althusmanns. Der hatte im Interview mit unserer RedaktionInterview mit unserer RedaktionZweifel am Zeitplan geäußert. Lindner sprach am Freitag von „Missverständnissen“. Allerdings könne der Zeitplan in Gefahr geraten, wenn beispielsweise Klagen gegen den Neubau eingereicht würden. Nicht nur Anlieger, auch die Niederlande drängen auf eine schnelle Wiederherstellung der Brücke. Das Nachbarland setzt auf einen Ausbau der „Wunderline“-Bahnstrecke von Groningen nach Bremen, die derzeit an der Ems gekappt ist.

Kostenschätzung: 66 Millionen Euro

Kein Missverständnis ist aber offensichtlich die Verteuerung des Bauwerks, über die wir bereits berichtet hatten: Da die Bahn nun den Komplettneubau einer Drehbrücke plant, sollen die Kosten bei 66 Millionen Euro liegen. Ursprünglich war von 50 Millionen Euro für den Neubau die Rede. Bund und Land wollen sich die Kosten teilen. Eigentlich hatte die Bahn keinen Neubau, sondern eine Wiedererrichtung des Originalbauwerks aus dem Jahr 1926 geplant. Das hätte etwa 30 Millionen Euro kosten sollen.

Treffen zur Maschener Decatur-Brücke

Von der Haftpflichtversicherung des Schiffes, die das Originalbauwerk zerstört hat, gibt es nur einen kleinen Teil der Kosten – die Versicherung haftet nur bis zu einer Summe von 4Millionen Euro. Bei einem für kommenden Mittwoch geplanten Treffen mit Bundes-Staatssekretär Enak Ferlemann, Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (beide CDU) und dem Bahn-Bevollmächtigten Ulrich Bischoping soll auch die Friesenbrücke auf der Agenda stehen. Hauptsächlich soll sich das Treffen aber um die einsturzgefährdete Decatur-Brücke über Europas größtem Rangierbahnhof in Maschen drehen. Die Gemeinde Seevetal und die Bahn streiten um den Abriss der Brücke.

Durchfahrtsbreite von 56 Metern geplant

Doch zurück an die Ems: Ob der Bund das versprochene Geld für die Friesenbrücke bereits in den Haushalt eingestellt hat, konnte das Wirtschaftsministerium des Landes am Freitag noch nicht sagen.

Das künftige Bauwerk dürfte mit einer Durchfahrtsbreite von 56,5 Metern eine der breitesten Drehbrücken Europas werden. Anders als ursprünglich geplant soll der Drehmechanismus nicht am West-, sondern am Ostufer der Ems gebaut werden. Damit will man den Fluss und während der Bauarbeiten die am Westufer liegende Stadt Weener schonen.


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