Alternative zu Whatsapp Niedersachsens Polizei bekommt eigenen Messenger

Von Klaus Wieschemeyer

Boris Pistorius und Polizisten testeten am Donnerstag die neue App.Foto: dpaBoris Pistorius und Polizisten testeten am Donnerstag die neue App.Foto: dpa

Hannover. Den Fahrdienst für den Kinderfußball absprechen, den Dienstplan besprechen oder das Familienwochenende planen. Messengerdienste wie Whatsapp gehören für viele Menschen zum Alltag. Bei der Polizei wurden sie bisher nicht gerne gesehen – das soll sich nun ändern.

Das Land Niedersachsen stellt den 23000 Beschäftigten der Polizei einen eigenen Messenger-Dienst zur Verfügung. Innenminister Boris Pistorius (SPD) stellte am Donnerstag den „Niedersachsen-Messenger“ (Nimes) vor. Die Beamten sollen mit Nimes künftig dienstlich Bilder und Videos austauschen und auch chatten – sowohl auf den derzeit 2000 Dienst-Tablets und -Smartphones als auch auf privaten Handys.

Sensible Daten in Gefahr

Wer sich bei Nimes nun an gängige Chatprogramme wie Whatsapp, Threema oder Snapchat erinnert fühlt, liegt dabei richtig. Das Problem: Sprechen Polizisten mit diesen Chatprogrammen Einsätze oder Dienstpläne ab, bekommen die Hersteller oder Hacker unter Umständen Zugriff auf sensible Einsatzdaten und Fahndungsfotos. Nimes soll nun die Vorteile von Messengerprogrammen mit den Sicherheitsanforderungen der Polizei verbinden. „Das, was wir alle schon etwas länger als Standard auf dem Smartphone haben, gibt es mit Nimes jetzt auch für die außergewöhnlichen Bedürfnisse und hohen Anforderungen der Polizei“, sagte Pistorius. Nimes soll besonders sicher sein. Die verschickten Daten sollen im „End-to-End“-Verfahren zwischen den Geräten verschlüsselt verschickt werden. Zudem sollen nur Personen das in Hannover geschriebene Programm nutzen können, welche auch eine dienstliche Mailadresse haben.

Testlauf in Celle und Hannover

Die App sei technisch komplett vom jeweiligen Betriebssystem und anderen Programmen auf einem Handy abgekoppelt, verspricht Pistorius. Auch eine Einbindung von Nimes-Inhalten in andere Programme soll deshalb unmöglich sein.

Das Programm startet als Pilotprojekt in den Inspektionen Celle und Hannover sowie bei der Zentralen Polizeidirektion. Bei erfolgreichem Test sollen auch andere Teile der Landesverwaltung das Programm übernehmen. Das Ministerium rechnet mit laufenden Kosten von 40000 Euro pro Monat.