Auch das berühmte Tigerfell „Dinner for one“-Nachlass geht nach Bremerhaven

Von dpa

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Freddie Frinton als Diener James im TV-Sketch „Dinner for One oder der 90. Geburtstag“. Foto: Annemarie Aldag/NDR/dpaFreddie Frinton als Diener James im TV-Sketch „Dinner for One oder der 90. Geburtstag“. Foto: Annemarie Aldag/NDR/dpa

Bremerhaven. Der Klassiker „Dinner for one“ ist seit Jahrzehnten am Silvesterabend in Deutschland ein Muss für Millionen TV-Zuschauer. Für die Fans von Butler James dürfte sich bald ein Abstecher nach Bremerhaven lohnen.

Der Nachlass des legendären „Dinner for one“-Stars Freddie Frinton alias Butler James soll in Bremerhaven eine neue Heimat bekommen. Die Familie des 1968 verstorbenen britischen Schauspielers und Komikers will den Nachlass der Seestadt überlassen - darunter auch das Tigerfell, über das James beim „Dinner for one“ mit Miss Sophie alljährlich zu Silvester in 18 Minuten elf Mal stolpert.

Der 1963 beim NDR in Hamburg aufgezeichnete Sketch ist seit 1972 in Deutschland fester Bestandteil der dritten Programme der ARD am Silvesterabend. Die „Nordsee-Zeitung“ hatte am Donnerstag zuerst über die Gespräche berichtet.

Der Kontakt zur Familie sei über die seit 1963 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Frintons Geburtsstadt Grimsby (North East Lincolnshire) und Bremerhaven zustande gekommen, sagte Kulturamtsleiterin Dorothee Stark. Der Familie gehe es um eine Gesamtwürdigung des Lebens von Freddie Frinton und einen Ort, wo das Wirken des Schauspielers geschätzt werde.

Frintons Nachlass lagert in Pappkartons

„Dinner for one ist in England nicht so populär wie in Deutschland“, sagte Stark, die schon zwei mal in London zu Gesprächen war und sich dort mit der Familie traf. Der Nachlass Frintons lagert im Nordwesten Londons in Pappkartons: Dazu zählt alles, was in einer Schauspielerkarriere anfällt, Kostüme, Plakate, Perücken und eben auch das Tigerfell.

Die Bremerhavener erkannten das Potenzial des Nachlasses. Natürlich geht es um „Dinner for one“, aber nicht nur: Im Mittelpunkt steht der Comedian Freddie Frinton, der als 14-Jähriger als Fischpacker im Hafen von Grimsby arbeitete und dort seine Kollegen mit seinen Sketchen unterhielt und nervte - durchaus erfolgreich, wie sein späterer Weg als Schauspieler zeigte.

Etwa 20.000 Euro könnte laut Kostenvoranschlag eine Ausstellung des Nachlasses in Bremerhaven kosten. Genutzt werden könnte möglicherweise das Erdgeschoss eines sanierten Gründerzeithauses im Bremerhavener Szene- und Kneipenviertel Alte Bürger. Mike Frinton, einer der Söhne, will im Mai zum Seestadtfest nach Bremerhaven kommen. Kulturamtsleiterin Stark sagte: „Ich hoffe, dass er das Tigerfell mitbringt.“


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